Kleine Gäste erfreuen Pfarrer

Dessau/MZ. - Dem Pfarrer gefiel, was er hörte - und so begann ein "gedeihliches und glückliches Miteinander", wie er heute sagt, denn seitdem ist der Musikgarten immer dienstags und donnerstags im Georgenzentrum zu Gast. Genau drei Jahre liegt jene erste Begegnung mittlerweile zurück, ein kleines Jubiläum, das die beiden Musikgarten-Frauen in dieser Woche ein bisschen ...

Von Jörg Müller 12.10.2006, 17:47

Dem Pfarrer gefiel, was er hörte - und so begann ein "gedeihliches und glückliches Miteinander", wie er heute sagt, denn seitdem ist der Musikgarten immer dienstags und donnerstags im Georgenzentrum zu Gast. Genau drei Jahre liegt jene erste Begegnung mittlerweile zurück, ein kleines Jubiläum, das die beiden Musikgarten-Frauen in dieser Woche ein bisschen feiern.

Der Musikgarten ist ein musikalisches Früherziehungsprogramm für Kinder von null bis vier Jahre. Gemeinsam mit ihren Eltern werden sie spielerisch an Musik herangeführt - indem sie hören, singen, klatschen, tanzen und einfache Instrumente wie Glöckchen, Rasseln oder Trommeln ausprobieren. Das Konzept ist vom Institut für elementare Musikerziehung in Mainz entwickelt worden. Dabei wird großer Wert auf die Bedürfnisse der Kinder gelegt, zum Beispiel was eine ausgewogene Mischung von Aktiv- und Ruhephasen betrifft.

Sylvia Gernoth und Annett Kusebauch, die hauptberuflich als Erzieherinnen in der Roßlauer Johanniter-Kindertagesstätte "Benjamin Blümchen" arbeiten, haben nicht nur eine Ausbildung zur Musikgarten-Lehrerin absolviert. "Wir nehmen auch regelmäßig an Weiterbildungen teil", so Gernoth.

Mit der Resonanz sind die beiden recht zufrieden. "Angefangen haben wir mit zwei Gruppen", sagt Gernoth, "heute sind es sechs Gruppen zu je zehn Kindern." Dabei muss man kein komplettes Kursprogramm absolvieren, Quereinstiege seien jederzeit möglich. Einige freie Plätze gibt es zurzeit vor allem in der Donnerstagsgruppe der etwa Zweieinhalbjährigen. Und wer einmal angefangen hat, bleibt meistens auch dabei. So wie der zweijährige Benjamin, der mit sieben Monaten zum ersten Mal den Musikgarten besuchte. "Ihm hat das sehr gut getan, die Musik, der Kontakt zu den anderen Kindern", sagt seine Mutter Katja Güttel aus Dessau. "Er singt jetzt auch zu Hause immer." Auch Kerstin Peter aus Wolfen gefällt der Musikgarten "sehr gut" - ihr Sohn Noah (2) ist seit mehr als einem Jahr dabei. Ein durchaus erwünschter Effekt des gemeinsamen Musizierens ist dabei, dass die Eltern selbst alte, längst vergessene Kinderlieder wieder auffrischen können.

Überhaupt spielt die Gemeinsamkeit eine wichtige Rolle. So werden jedes Jahr ein Sommer- und ein Weihnachtsfest gefeiert. Und auch Pfarrer Strümpfel freut sich immer wieder über die vielen Kinder und Familien in seinem Haus. "Ich finde, das ist eine wunderbare Sache", sagt er. "Die Kirchengemeinde ist sich einig, dass wir diese wichtige Arbeit gern unterstützen."

Info im Internet unter www.musikgarten-dessau.de