Infrastruktur in Dessau-Roßlau

Infrastruktur in Dessau-Roßlau: Schnelleres Internet für Großkühnau

Dessau-Rosslau - Der Dessauer Ortsteil Großkühnau soll noch in diesem Jahr schnelleres Internet erhalten. Das hat Nico Nierenberg, Chef der Stadtwerke-Tochter Datel, angekündigt. „Es gibt im Stadtgebiet viele Gebiete, in denen der Leidensdruck hoch ist“, sagte Nierenberg. Großkühnau rage aber noch heraus - im negativen Sinne. „Dort müssen manche mit 300 Kilobit pro Sekunde auskommen. Da kann man nicht wirklich von Breitband sprechen.“ Da tröpfeln E-Mails in das ...

Von Steffen Brachert

Der Dessauer Ortsteil Großkühnau soll noch in diesem Jahr schnelleres Internet erhalten. Das hat Nico Nierenberg, Chef der Stadtwerke-Tochter Datel, angekündigt. „Es gibt im Stadtgebiet viele Gebiete, in denen der Leidensdruck hoch ist“, sagte Nierenberg. Großkühnau rage aber noch heraus - im negativen Sinne. „Dort müssen manche mit 300 Kilobit pro Sekunde auskommen. Da kann man nicht wirklich von Breitband sprechen.“ Da tröpfeln E-Mails in das Postfach.

Großkühnau profitiert dabei von einer besonderen Situation: Es gibt Leerrohre von Ziebigk in den Ortsteil hinein. „Wir können also vorhandene Infrastruktur nutzen - und den Ausbau eigenwirtschaftlich angehen“, erklärte Nierenberg. Baustart ist im Spätsommer. In vielen anderen Gebieten stimmt häufig das Verhältnis zwischen notwendigen Tiefbaukosten und den erreichbaren Kunden nicht.

Wohin gehen die Fördergelder?

Großkühnau erreicht dann zwar nicht die Glasfaser-Qualität, die es seit Anfang 2015 in 18.000 Haushalten im Stadtzentrum gibt. Die Millionen-Investition dieses Großprojektes hat die Dessauer Citykabel, ein gemeinsames Unternehmen der Stadtwerke, der Dessauer Wohnungsgenossenschaft und des Wohnungsvereins, gestemmt - und Erwartungen auch in anderen Gebieten geweckt. Diese zu erfüllen, wird noch etwas dauern. „Es gibt“, sagt Nierenberg, „nicht überall solche Voraussetzungen wie in Großkühnau.“

Das Land Sachsen-Anhalt hat das Ziel formuliert, dass bis zum Jahr 2018 alle wichtigen Gebiete mit einer Downloadgeschwindigkeit von 50 Megabit pro Sekunde versorgt sind. Es stehen Fördergelder aus der bundesweiten Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen bereit. Doch das Verfahren, an das Geld zu kommen, ist streng reguliert und aufwändig.

Der nächste Schritt kommt

Am 19. Januar hat Dessau-Roßlau die vom Land vorgeschriebene „Marktkonsultation“ begonnen. Die Stadt hat auf dem Breitbandportal des Landes ihre „weißen Flecken“ veröffentlicht - und hat die Internetanbieter aufgefordert, anzuzeigen, wo diese selbst den Ausbau geplant haben. Acht Wochen bleiben dafür Zeit.

Erst Mitte März werden also die Gebiete feststehen, in denen die Unternehmen selbst nicht tätig werden, weil sich der Ausbau nicht rechnet, Gebiete also, in denen es also eine „Wirtschaftlichkeitslücke“ gibt, die am Ende mit Fördergeldern geschlossen werden kann.

In Dessau-Roßlau sind von der schlechten Erschließung vor allem Gewerbegebiete betroffen, aber auch ganze Wohngebiete wie Haideburg. Die Klagen der Unternehmer und Anwohner sind zahlreich - und im Rathaus mehr als bekannt. Etwas Geduld braucht es noch. Aber: Mitte März ist der nächste Schritt auf dem Weg zum Breitbandausbau genommen. (mz)