1. MZ.de
  2. >
  3. Lokal
  4. >
  5. Nachrichten Dessau-Roßlau
  6. >
  7. In Stiftung und beim ZDF: In Stiftung und beim ZDF: Ex-Bauhaus-Chef Oswalt fordert Rücktritt von Robra

In Stiftung und beim ZDFIn Stiftung und beim ZDF: Ex-Bauhaus-Chef Oswalt fordert Rücktritt von Robra

06.11.2018, 15:46
Der ehemalige Bauhaus-Direktor Philipp Oswalt sprach am Dienstag vor dem Anhaltischen Theater.
Der ehemalige Bauhaus-Direktor Philipp Oswalt sprach am Dienstag vor dem Anhaltischen Theater. Salpius

Dessau - Der ehemalige Bauhaus-Direktor Philipp Oswalt hat Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra (CDU) zum Rücktritt aus dem Stiftungsrat der Stiftung Bauhaus und zum Verlassen des ZDF-Fernsehrats aufgefordert. Robra habe dem Bauhaus schweren Schaden zugefügt und die Programmfreiheit des öffentlich-rechtlichen Senders verletzt.

Oswalt sprach am Dienstagnachmittag vor dem Konzert von „Feine Sahne Fischfilet“ in der Alten Brauerei auf einer Demo „Stabil bleiben - gegen Rechtsruck und für Kunstfreiheit“. Unter den etwa 200 Teilnehmern der Demo vor dem Anhaltischen Theater waren zahlreiche Landespolitiker.

Ex-Bauhaus-Chef Oswalt hält Absage das Konzertes für "rechtswidrig"

Oswalt kritisierte in seiner Rede die Absage des Bauhauses an „Feine Sahne Fischfilet“ als rechtswidrig. Der von ihm mit dem ZDF ausgehandelte Vertrag über die „[email protected]“ sehe kein Kündigungsrecht vor. Das Bauhaus hatte das Konzert aus Sorge vor rechten Aufmärschen und vor Beschädigungen des Welterbes abgesagt - unter Verweis auf das Hausrecht.

Oswalt monierte in Dessau die für ihn „nachgeschobenen“ Begründungen. Bei [email protected] hätte es schon über 100 Konzerte gegeben. „Ob da Rap, Country oder Punk gespielt werden, ob Liebeslieder oder Protestsongs: Das macht für den Denkmalschutz keinen Unterschied.“

Zudem bezweifelte Oswalt das vom Bauhaus beschworene Gefahrenszenario durch Rechtsradikale. Es habe nur einen einzige Twitter-Post mit vier kurzen Sätzen gegeben. Die Dessauer Polizei habe klar gestellt, sie könne die Sicherheit gewährleisten.

Ex-Bauhaus-Chef Oswalt sieht rechte Sichtweisen als übernommen

„Man ist nicht vor Rechten eingeknickt“, urteilte Oswalt. „Es ist leider viel schlimmer: Man hat die Sichtweise von Rechts übernommen.“ Seine Kritik ging auch in Richtung CDU. „Unter dem Motto des Unpolitischen wird von den rechten Teilen der CDU Parteipolitik betrieben, die eigentlich zuständige Stiftung parteipolitisch missbraucht.“

Mit Blick auf Robra wurde Oswalt deutlicher: Es sei der Kulturminister selbst, der mit dem Konzert von „Feine Sahne Fischfilet“ ein Problem habe. Robra profilierte sich hier als ein neuer Gauland. „Nicht die Band passt nicht zum Bauhaus. Es ist der Stiftungsratsvorsitzende, der nicht zum Bauhaus passt.“ (mz/sb)