Hochwasserschutz in Dessaus Süden

Hochwasserschutz in Dessaus Süden: Baubeginn an den "Möster Höhen" in Sicht

Dessau-Roßlau - Hat eigentlich jemand mal die Kosten der Hochwassereinsätze berechnet, die erforderlich waren, um im Katastrophenfall den Süden Dessaus zu schützen? Zehn Jahre legte der Törtener Ortsbeirat und mit dessen ehemaligem Vorsitzenden Manfred Weinert (jetzt Mitglied des neu gewählten Stadtbezirksbeirats Süd, Haideburg, Törten) den Finger in die Wunde. Es geht um den Deichbau Möster Höhen. Am Mittwoch mahnte er beim Ausschuss für Feuerwehr, Hochwasser- und Katastrophenschutz erneut. Es gab gute Nachrichten - für den gesamten Dessauer ...

Von Annette Gens

Hat eigentlich jemand mal die Kosten der Hochwassereinsätze berechnet, die erforderlich waren, um im Katastrophenfall den Süden Dessaus zu schützen? Zehn Jahre legte der Törtener Ortsbeirat und mit dessen ehemaligem Vorsitzenden Manfred Weinert (jetzt Mitglied des neu gewählten Stadtbezirksbeirats Süd, Haideburg, Törten) den Finger in die Wunde. Es geht um den Deichbau Möster Höhen. Am Mittwoch mahnte er beim Ausschuss für Feuerwehr, Hochwasser- und Katastrophenschutz erneut. Es gab gute Nachrichten - für den gesamten Dessauer Süden.

Baustart im Sommer

Der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft und Hochwasserschutz (LHW) will noch in diesem Sommer mit den Bauarbeiten für den Deich Möster Höhen beginnen. Laut den Planungen des LHW soll im August der Baustart erfolgen. Momentan, so sagte Frank Torger, Flussbereichsingenieur beim LHW, sei die Phase erreicht, in der der dazu erforderliche Planfeststellungsbeschluss Rechtskraft erlange. „Die Ausschreibung der Bauarbeiten ist auf den Februar, also diesen Monat, verschoben worden.“ Die Verschiebung der Ausschreibung, die ursprünglich Ende vergangenen Jahres erfolgen sollte, hänge mit veränderten Richtlinien zusammen.

Dem Hochwasserausschuss gehören die Stadträte Lothar Ehm (CDU), Angelika Storz (SPD), Ralf Schönemann (Linke), Antonio Palermo (Liberales Bürgerforum/Die Grünen) und Wilhelm Kleinschmidt (Pro Dessau-Roßlau) an.

Als sachkundige Bürger arbeiten Daniel Freyer-Gottschalk, Ralph Porsche, Roland Herrmann und Kai Kunert. Ausschussvorsitzender ist Oberbürgermeister Peter Kuras.

Mit einem Deich wäre nicht nur erhebliche Hochwassergefahr vom Dessauer Süden einschließlich der dort befindlichen Stadtteile Haideburg und Törten genommen. Künftig würde dann die mobile Verteidigung auf einer Strecke von 600 Metern auf der Autobahn 9 wegfallen. Außerdem bräuchten die beiden Durchlässe unter der A9, die wegen der Taube und des Klingborngrabens geschlossen werden müssen, im Katastrophenfall nicht mehr bedacht werden. Darüber hinaus müssten die Einsatzkräfte nicht mehr vom Ringdeich der Autobahn aus auf den dann sanierten Deich. 2002 und 2013 haben diese Bereiche eine erhebliche Zahl an Kräften und einen großen Aufwand an Material erfordert. Allein der Aufbau der Verteidigungslinie mit rund 600 „Big Bags“ mit 1.500 Tonnen Sand auf der Autobahn hatte 2013 rund 24 Stunden gedauert.

Dessau-Roßlau bereitet sich auf künftige Fluten vor

Im Ausschuss kam aber nicht nur Torger zu Wort und die Sprache auf die Möster Höhen. Das Gremium konzentrierte sich vor allen Dingen auf den Haushalt der Feuerwehr und Investitionen, die mit Unterstützung des Landes erfolgen sollen. Sachsen-Anhalt hatte angekündigt, 20 Millionen Euro für den kommunalen Hochwasserschutz zur Verfügung zu stellen. Dessau-Roßlau hat frühzeitig seine Hausaufgaben gemacht. Die Anschaffung von Pumpen und Notstromaggregat sollen künftig vermeiden, diese Maschinen zu mieten. Die Wasserwehren sollen u.a. wetterfeste Kleidung erhalten. Entlang der Burgkühnauer Straße von Großkühnau soll ein Entwässerungsgraben entstehen, in der Ortslage Waldersee besteht beim Schlangengraben derzeit Gefährdungspotenzial, weil er über lange Strecken verrohrt ist und damit ein Abflusshinderniss darstellt. Im Bereich der Roßlauer Amtsmühle besteht Handlungsbedarf: Bei starkem Regen kam es immer wieder zum Überlaufen des nahen Grabens. Ein Stauraumkanal könnte Überschwemmungen verhindern. (mz)