Hochwasser in Dessau

Hochwasser in Dessau: Sandsackdeich schützt Schloss in Großkühnau

Dessau/MZ/SB - Wahrscheinlich gibt es Formeln, mit denen man das berechnen kann. Wie viele Leute werden benötigt, um unter bestimmten Umständen einen Sandsackdeich zu errichten? Aber auch ohne Formel wird schnell klar: in Großkühnau am Schloss sind es kurz vor Mittag zu ...

08.06.2013, 10:10

Wahrscheinlich gibt es Formeln, mit denen man das berechnen kann. Wie viele Leute werden benötigt, um unter bestimmten Umständen einen Sandsackdeich zu errichten? Aber auch ohne Formel wird schnell klar: in Großkühnau am Schloss sind es kurz vor Mittag zu viele.

Der Platz ist beschränkt, der zu bauende Deich von eher bescheidenen Ausmaßen. Nach und nach drängen sich mehr Leute in die Kette, fassen zu, obwohl es mit weniger Händen möglicherweise sogar schneller ginge. Aber einfach so gehen? Das ist für die, die helfen wollen, keine Option.

„Eine reine Vorsichtsmaßnahme“, nennt Robert Hartmann von der Kulturstiftung Dessau/Wörlitz den Bau des aus drei Sacklagen bestehenden Ringdeiches rund um das Großkühnauer Schloss, dem Sitz der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz. „Wenn das Wasser so bliebe wie 2002, bräuchten wir das nicht.“ Aber dieses Mal soll mehr kommen, man will vorbeugen.

Dabei ist die Schutzmauer gegen die Fluten erst vor zwei Wochen übergeben und auf die Flut von 2002 mit einem Sicherheitszuschlag berechnet worden. Jahrelang gab es um den Verlauf dieser Verteidigungslinie Streit. Die Kontrahenten: mehr oder minder der gesamte Ort und die Stiftung. Die nämlich wollte des Bildes wegen die Mauer hinter dem Schloss gebaut wissen, das damit ohne festen Schutz vor Fluten geblieben wäre. Zumindest in Großkühnau durfte die Stiftung auf wenige Verständnis hoffen, setzte sich indes durch.

Immerhin: „Der Ort ist sicher“, sagt Tino Groschupf, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr in Süd und mit seinen Leuten seit Tagen überall in der Stadt im Einsatz. Man kann ihm wohl glauben, er kennt die Situation. Das Schloss aber ist genau das nicht: sicher. Vielmehr wäre es das nicht, wenn sich nicht Freiwillige gefunden hätten, es provisorisch einzudeichen.