Helfer und Spenden gesucht

Helfer und Spenden gesucht: Tierschutzverein Dessau will streunende Katzen kastrieren lassen

Dessau-Roßlau - Der Tierschutzverein will im Februar und März streunende Katzen kastrieren lassen, damit sie sich nicht vermehren können. Gesucht werden Helfer und Spenden.

Von Annette Gens 02.02.2018, 09:17

In Dessau-Roßlau sollen sich freilebende Katzen nicht weiter vermehren. Um das zu erreichen, plant der Dessauer Tierschutzverein in diesem Jahr eine Aktion zur Kastration von Katzen.

An 19 Futterstellen im gesamten Stadtgebiet und einer in Gräfenhainichen kümmern sich 20 ehrenamtliche Helfer um rund 200 streunende Tiere, die fast alle kastriert sind, sagt Catrin Rhode, Leiterin des Tierheims Dessau.

Es gesellen sich aber immer wieder unkastrierte Freigänger dazu. Außerdem sind in Stadt und im Umland 30 private Futterstellen für Katzen bekannt. Auch dort gibt es Tiere, die sich ungehindert vermehren können.

Im vergangenen Jahren haben Mitarbeiter des Tierheims Dessau 90 Kitten großgezogen

Das Tierheim spürt laut Rhode in jedem Jahr die Folgen. Allein im vergangenen Jahr haben die Mitarbeiter im Mai rund 90 Kitten großgezogen, teilweise unter erheblichem Aufwand, den niemand scheue, betont die Tierheimleiterin. Der halb verwilderte Katzennachwuchs, der teilweise unter Katzenschnupfen und Parasiten litt, wurde von den Mitarbeitern rund um die Uhr aufgepäppelt und medizinisch versorgt.

„Diese herrenlosen Katzen sind meist sehr scheu und haben oftmals panische Angst, weil sie ohne menschlichen Kontakt aufgewachsen sind“, erklärt Rhode, dass viele dieser Streuner nie in der Lage sein werden, eine richtige Beziehung zum Menschen aufzubauen.

Um die Anzahl der oftmals schwer erkrankten Katzen zu verringern und somit Katzenleid zu minimieren, werden in Dessau-Roßlau verwilderte, freilebende, herrenlose Katzen eingefangen, von Parasiten befreit und kastriert.

16.000 Euro standen für Streuner und deren Tierarztkosten zur Verfügung

In jedem Jahr gibt der Tierschutzverein Dessau und Umgebung für Streunerkatzen Geld aus. 2016 waren es 15.000 Euro, um Tiere medizinisch versorgen zu können. 9.000 Euro davon wurden in die Kastration von Katern und Katzen investiert. 2017 griff der Tierschutzverein ebenso tief ins Portemonnaie wie ein Jahr zuvor. 16.000 Euro standen für Streuner und deren Tierarztkosten zur Verfügung, bei 10.500 Euro davon handelt es sich um Tierarztkosten zur Kastration.

„In diesem Jahr würden wir eine noch größere Aktion mit Unterstützung des Deutschen Tierschutzbundes starten“, nennt Rhode eine Voraussetzung: Der Tierschutzverein bittet einerseits um Spenden, um diese Aktion finanzieren zu können und sucht außerdem nach Personen, die die Aktion unterstützen.

„Wir suchen Helfer, die im Februar und März die Lebendfallen aufstellen und betreuen.“ Die Betreffenden werden zuvor geschult. Die Aktion verläuft sehr sensibel. Die Tiere werden in den Kästen angefüttert und erst später schnappt die Falle zu. Die Tiere werden umgehend zum Tierarzt gebracht, kastriert und behandelt.

Mehrzahl der 90 Kitten konnte vermittelt werden

Die unvermittelbaren wilden Streunerkatzen werden nach einer Erholungsphase wieder in ihre vertraute Umgebung entlassen. Für die weniger scheuen Katzen gibt es im Tierheim ein vorübergehendes Zuhause. „Wir versuchen sie von dort aus in liebevolle Hände zu vermitteln“, sagt Rhode.

Bei den kleinen Kätzchen vom Frühjahr 2017 ist das größtenteils gelungen. Von den 90 Tieren, die betreut und aufgepäppelt wurden, konnten 64 vermittelt werden. Zwei sind noch zu haben. Alle anderen wurden kastriert an ihre Futterstelle zurückgebracht. (mz)

Spenden an den Tierschutzverein Dessau, Volksbank Dessau-Anhalt E.G. IBAN: DE76 8009 3574 0101 1681 00, Kennwort: Katzenkastration.