Helfer für die Natur

Helfer für die Natur: In Sollnitz und in Dessau-Großkühnau wurde Krötenschutzzäune errichtet

Dessau - In dieser Woche wurden in Sollnitz und in Großkühnau Krötenschutzzäune errichtet - das geschieht jedes Jahr um diese Zeit. Warum das den Amphibien das Leben rettet.

Von Jessica Vogts

Stangen durchstecken, Erde festtreten, den Eimer eng an dem Zaun positionieren - bei der Errichtung eines Krötenschutzzaunes gibt es einiges zu beachten. „Der Eimer hier ist nicht nah genug am Zaun ran, das müssen wir noch mal ausbessern“, zeigt Frank Unger, Amtsleiter für Natur und Umweltschutz, beim Ablaufen des Zaunes in Sollnitz auf.

Insgesamt 14 Tierschützer - ehrenamtliche Helfer sowie Mitarbeiter des Biosphärenreservates und der Naturschutzbehörde der Stadt Dessau-Roßlau - waren am vergangenen Donnerstag in Sollnitz und in Großkühnau im Einsatz.

Einer, der an diesem Tag als ehrenamtlicher Helfer dabei war, ist Andreas Eriksson. Für ihn sei diese Tätigkeit mehr eine Selbstverständlichkeit. „Es ist ein Tag, wo man Mal was macht. Was macht das schon aus?, sagt er selbstlos. Sich für die Natur zu engagieren sei wichtig, und deshalb packe er hier eben mit an.

Der Schutzzaun hat sich seit Jahren bewährt

Doch zurück zum Schutzzaun selbst. Hier ist nach dem ständigen Temperaturwechsel Eile geboten. Denn Kröten, Molche und Frösche zieht es nun zum Laichen ans Wasser. Deshalb auch entsteht direkt an der Landstraße 135 in Sollnitz ein etwa ein Kilometer langer Schutzzaun. Warum braucht es überhaupt einen solchen Zaun für die Tiere?

„Nachts wandern die Kröten zu den Laichgewässern. Dabei müssen sie die Straße überqueren und das kann mitunter ihren Tod bedeuten“, erklärt Unger.

Der Schutzzaun hat sich seit Jahren bewährt. Jedes Jahr im Frühjahr wird dieser in der Nähe der Laichgewässer errichtet. Mit Errichtung des Zaunes ist die Arbeit aber bei weitem nicht getan. Der Zaun ist dafür da, dass die Amphibien quasi in die Eimer fallen.

„Mitarbeiter und Ehrenamtliche bringen die Tiere auf die andere Straßenseite“

„Kröten klettern nicht. Sie marschieren am Zaun entlang und stürzen dann in den Eimer“, berichtet Unger.
Und da wollen sie schließlich auch wieder raus, um zu ihrem eigentlichen Ziel zu gelangen. Auch darum kümmern sich wieder Leute. „Mitarbeiter und Ehrenamtliche laufen bis Ende März/Anfang April dann täglich die Eimer ab und bringen die Tiere auf die andere Straßenseite“, erklärt Unger.

Dabei wird auch die Anzahl und Art der Kröten erfasst. So lassen sich auch Rückschlüsse auf die Population führen. Und die zeigt ein deutliches Problem. „Die anhaltende Trockenheit in den vergangen Jahren wirkt sich auch auf die Population der Tiere aus“, erklärt Unger.

Die Auswertung der Daten macht es deutlich: Konnten 2015 noch über 1.800 Erdkröten in der Burgkühnauer Allee erfasst werden, waren es im vergangenen Jahr nur noch rund 400. Doch ob 400 oder knapp 2.00 Kröten - den Schutzzaun braucht es trotzdem, um die Tiere vor dem Überqueren der vielbefahrenen Straßen zu schützen. (mz)