Handball-3.Liga

Handball-3.Liga : Was beim ersten DRHV-Test gegen Delitzsch alles auffiel

Dessau - Am Morgen danach steht Uwe Jungandreas gerade in der Waschstraße. Die Verbindung aber hält. „Also los“, sagt der Trainer des Dessau-Roßlauer HV.

Von Steffen Brachert 19.07.2019, 15:59

Am Morgen danach steht Uwe Jungandreas gerade in der Waschstraße. Die Verbindung aber hält. „Also los“, sagt der Trainer des Dessau-Roßlauer HV.

Am Vorabend hatte Jungandreas das erste Spiel mit seiner neu formierten Mannschaft gespielt. Das 36:18 (17:9) gegen Concordia Delitzsch war das, was man standesgemäß nennt. Das Ergebnis gegen den Viertligisten aus Sachsen war aber zweitrangig. „Wir müssen gerade viele Dinge probieren“, erklärte Jungandreas. Offensiv, vor allem aber defensiv. „Es gilt, eine Abwehrformation für unsere Stärken zu finden, mit der wir zu Ballgewinnen und zu schnellen Kontern kommen.“

Trainer Uwe Jungandreas war mit der Premiere gegen Delitzsch sehr zufrieden

Mit der Premiere war der Trainer zufrieden. „Da waren schon einige gute Dinge dabei.“ Obwohl Dessau-Roßlau ohne Linkshänder im halbrechten Rückraum antrat. Dazu gab es eine Erkenntnis: „Mit Daniel Schmidt im Mittelblock stand die Abwehr natürlich massiver“, sagte Jungandreas, gab aber auch zu bedenken: „Mit dieser Variante haben wir natürlich auch einen Angriff-Abwehr-Wechsel mehr.“

Acht Abgänge hatte der Dessau-Roßlauer HV nach dem Abstieg aus der zweiten Liga zu verzeichnen, sechs Neuzugänge wurden geholt. Vier von ihnen waren gegen Delitzsch dabei. Vincent Sohmann spielte, als wäre er nie weggewesen, und suchte das Zusammenspiel mit Slavomir Mlotek, der seinen Handbruch kuriert hat. Tom Landgraf überzeugte mit einigen Paraden. Tim Bielzer zeigte am Kreis gute Ansätze. Erste Ausrufezeichen setzte Timo Löser. Der 19-Jährige spielte unbekümmert drauflos. „Timo muss noch viel lernen“, sagte Jungandreas. „Doch was Timo im 1-1 kann, sein Spielverständnis, das hat man gesehen, das ist schon gut. Deshalb haben wir ihn ja auch geholt.“

Drei Spieler des DRHV blieben beim Duell gegen Delitzsch außen vor - aus ganz unterschiedlichen Gründen

Drei andere Spieler verfolgten das zunehmend einseitiger werdende Duell vom Hometrainer aus. In zwei Fällen notgedrungen. Bei Jakub Hrstka, dem tschechischen Nationalmannschaftslinksaußen fehlt noch die Spielgenehmigung. „Es ist ein internationaler Wechsel, es ist Urlaubszeit“, sagte Jungandreas. „Das sollte nur noch ein Problem von Tagen sein.“ Gleiches gilt für Lennart Gliese, dem Neuzugang von den Füchsen Berlin. Den bremst eine leichte Zerrung im Oberschenkel. „Die Pause war eine Vorsichtsmaßnahme.“

Wie auch bei Max Scheithauer, von dem es aber prinzipiell gute Nachrichten gibt. „Max hat in dieser Woche den Leistungstest bestanden“, erklärte der Trainer. Nach dem Riss des Kreuzbandes und des Außenmeniskus im Februar 2018 und einer langwierigen Reha ist ein Comeback nun prinzipiell möglich. „Max wird die nächsten zwei Wochen im Training alles mitmachen - und dann seinen ersten Einsatz haben“, beschrieb Jungandreas den internen Fahrplan.

Sonnabend, 10.30 Uhr, testet der DRHV gegen den Rivalen aus Bernburg

Der Fahrplan der Mannschaft hält am Sonnabend, 10.30 Uhr, das nächste Spiel parat. In der Anhalt-Arena wird Lokalrivale Anhalt Bernburg erwartet, das Team vom ehemaligen Dessauer Radek Sliwka. Bernburg ist im Wandel. Mit Steffen Cieszynski (HC Aschersleben), Torhüter Max Mohs (HC Elbflorenz Dresden) und Kilian Kraft (MTV Großenheidorn) haben drei Leistungsträger den Verein verlassen.

Dafür hat sich das Team von Trainer Martin Ostermann international verstärkt: Vom französischen Verein US Saintes kam der Kroate Matija Pavlovic an die Saale, vom HMRK Zrinnjski Mostar der neue bosnische Spielmacher Mislav Grgic. Das Torwart-Duo komplettiert Rückkehrer Moritz Stemmler.

Schon am Montag ist der DRHV erneut gefordert. 19 Uhr geht es in der Anhalt-Arena gegen die A-Jugend der Füchse Berlin. „Bob Hanning hat angerufen und nach einem Spiel gefragt“, begründet Trainer Jungandreas die Dreifach-Belastung. „Wir brauchen auch Spiele, um uns zu finden.“ Und Dessau-Roßlau braucht gute Kontakte nach Berlin. Bei den Sommer-Transfers Tim Bielzer und Lennart Gliese hat sich das ausgezahlt.

Eine Frage steht noch beim DRHV: Wer wird der neue Kapitän?

Bei den beiden Spielen wird Tomasz Pavlicek die Mannschaft auf das Parkett führen. Nach dem Abgang von Florian Pfeiffer ist beim DRHV das Kapitänsamt vakant. „Ich habe das jetzt kommissarisch festgelegt“, erklärte Jungandreas. Pavlicek, 2011 nach Dessau gekommen, ist der dienstälteste Spieler. In der Vorbereitung sollen Kapitän und Mannschaftsrat noch gewählt werden. (mz)