Handball-3. Liga

Handball-3. Liga : Selbstbewusst an die Spitze - DRHV knackt 40-Tore-Marke

Dessau - Es kommt selten bis nie vor, dass Uwe Jungandreas über eine Schwächephase seines Teams redet und dabei ein Grinsen im Gesicht hat. Logisch, das macht ja auch gar keinen Sinn.

Von Tobias Grosse 30.09.2019, 13:20

Es kommt selten bis nie vor, dass Uwe Jungandreas über eine Schwächephase seines Teams redet und dabei ein Grinsen im Gesicht hat. Logisch, das macht ja auch gar keinen Sinn.

Am Sonntagabend jedoch konnte der Trainer des Dessau-Roßlauer HV sein Schmunzeln nicht unterdrücken, als er die ersten 15 Minuten von der zweiten Hälfte gegen die HSG Ostsee analysierte. „Wir kassieren in der ganzen ersten Halbzeit zehn Gegentore, und in diesen 15 Minuten elf“, rekapitulierte Jungandreas die Ereignisse, die er mit einem Lächeln hinnehmen konnte, angesichts der Tatsache, dass der DRHV gerade die Tabellenführung in der 3. Handball-Liga übernommen hatte.

DRHV gelingt der sechste Sieg in Serie

Dessau-Roßlau hat am Sonntag in der heimischen Anhalt-Arena vor 1171 Zuschauern auch das sechste Spiel in der jungen Saison gewonnen. 41:23 hieß es am Ende gegen einen Gegner, der völlig überfordert war und nur in der von Jungandreas angesprochenen Phase - zu Beginn der zweiten Hälfte - so etwas wie mithalten konnte. Weil der DRHV es zugelassen hat: „Das hat uns nicht gefallen“, sagte Uwe Jungandreas. Es klang fast wie eine Drohung. Und nachdem er bei 28:21 eine Auszeit nahm und sein Team noch einmal sensibilisierte, „ging das Ergebnis dahin, wo wir es hin haben wollten“.

Jungandreas betonte damit indirekt, dass Dessau-Roßlau gegen das Tabellenschlusslicht von der Ostsee nicht nur auf Sieg gespielt hat, sondern auf Kantersieg. „Das haben wir vorher abgesprochen“, gestand er die Anweisung an sein Team. Es waren ungewohnt forsche Töne vom Trainerfuchs, die jedoch deutlich vom erarbeiteten Selbstvertrauen zeugten. „Wir sind die letzten, und ich der allerletzte, der wen unterschätzt“, betonte der DRHV-Coach zwar, sagte aber im selben Satz auch: „Wir sind die bessere Mannschaft.“

DRHV lag nach 15 Minuten schon 10:3 vorn

Dass daran kein Zweifel aufkam, dafür hatten die Biber sehr schnell gesorgt. Nach 15 Minuten stand es schon 10:3, zur Halbzeit 18:10. Dass die erste Viertelstunde nach dem Seitenwechsel dann nicht so gut lief, war zwar nicht geschenkt, aber in gewisser Weise verständlich. „Die Konzentration lässt in solchen Phasen nach“, gab Lennart Gliese im Anschluss zu.

Der neue Linkshänder im Rückraum, der im Sommer aus Berlin kam und sich immer besser ins Dessau-Roßlauer System einfügt, erzielte gegen Ostsee fünf Tore. Und er sieht noch immer Potenzial in der Mannschaft. „Wir müssen daran arbeiten, dass wir diese kleinen unkonzentrierten Phasen rausbekommen“, sagte er. Denn: „Gegen andere Gegner kann das auch mal ins Auge gehen.“

Das Schlusslicht war jedoch zu schwach, um dem DRHV nur ansatzweise gefährlich zu werden. Und da sich der HC Empor Rostock und TuS Vinnhorst im Top-Spiel am Sonntag unentschieden trennten (28:28), hat die Mannschaft von Jungandreas noch im Spiel die Tabellenführung in der Nord/Ost-Staffel übernommen.

„Insgesamt können wir zufrieden sein“, betonte der Trainer, blickte aber auch schon auf die nächsten zwei Wochen voraus: „Jetzt kommen die schweren Spiele.“ Dessau reist am kommenden Wochenende zu den Mecklenburger Stieren Schwerin und hat danach den finanzstarken Aufsteiger aus Vinnhorst zu Gast. „Wir müssen jetzt noch einmal eine Kohle zulegen“, sagte Jungandreas.

DRHV ist bereit für die Top-Spiele gegen Schwerin und Vinnhorst

Seine Spieler scheinen bereits für die beiden Top-Spiele. Spielmacher Vincent Sohmann beispielsweise wirkte gegen die HSG Ostsee ziemlich unterfordert. „Dass wir jetzt anders gefordert werden, steht außer Frage“, sagte der 24-Jährige, der im Sommer aus Hamm zurückgekehrt war. Danach wisse der DRHV auch, wo er steht. Wenn es nach Sohmann und vielen anderen geht, dürfte das weiter an der Tabellenspitze sein. Der selbstbewusste Spielmacher betonte aber auch: „Wir gucken nur auf uns. Denn wenn wir alles gewinnen, brauchen wir auf gar keinen gucken.“

DRHV: Ambrosius, Landgraf; Pavlicek (6/5), Löser (8), Hrstka (5), Hanisch (1), Sohmann (3), Bielzer (2), Schmidt, Mlotek, Gliese (5), Milkow (4), Zahradnicek (6), Scheithauer (1)

(mz)