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Handball-3. Liga

Handball-3. Liga : DRHV deklassiert Potsdam in der zweiten Halbzeit

Dessau - Fehlwurf. Gegentor. Zwei-Minuten-Strafe. Zugegeben, es war gar nicht so schlecht, dass einige Fans des Dessau-Roßlauer HV die ersten anderthalb Minuten der zweiten Halbzeit gegen den VfL Potsdam verpasst haben, weil sie immer noch in der Pause ...

Von Tobias Grosse 23.09.2019, 10:13

Fehlwurf. Gegentor. Zwei-Minuten-Strafe. Zugegeben, es war gar nicht so schlecht, dass einige Fans des Dessau-Roßlauer HV die ersten anderthalb Minuten der zweiten Halbzeit gegen den VfL Potsdam verpasst haben, weil sie immer noch in der Pause weilten.

So sahen sie nicht, dass Spielgestalter Vincent Sohmann aus dem Rückraum genau auf den Torwart warf, die Abwehr nicht aufpasste und der DRHV plötzlich nur noch mit einem Tor führte (16:15), und Kreisläufer Libor Hanisch nach einem Foul für zwei Minuten auf die Bank musste. Was die Fans dann nach ihrer Rückkehr in die Anhalt-Arena zu sehen bekamen, war eine 28 Minuten lange Glanzvorstellung.

Potsdams Abwehr ist nur eine Hälfte stark

Dessau-Roßlaus Drittliga-Handballer haben am Sonntagabend vor rund 1.200 Zuschauern mit 36:24 gegen Potsdam den fünften Sieg im fünften Saisonspiel gefeiert. Und das vor allem aufgrund einer bärenstarken zweiten Hälfte, in der der DRHV die Gäste mit 20:10 besiegte. „Wir haben uns in der Pause gesagt: Wir müssen jetzt versuchen, den ersten Sturm zu überstehen, sonst wird es schwer, nicht unter die Räder zu kommen“, sagte Potsdams Coach Daniel Deutsch auf der Pressekonferenz, „wie zu sehen war, ist uns das nicht gelungen.“

Deutsch war entwaffnend ehrlich nach dem Spiel. Aus seinen Worten war deutlich herauszuhören, dass sich der DRHV an sich und Spiele in der Arena durch die ersten Auftritten noch mehr Respekt verschafft haben, als man es als Zweitliga-Absteiger und mit der Ambitionen wieder aufzusteigen, eh hatte. „Ich bin mit einem unguten Gefühl hier hergefahren“, sagte er und gestand, nicht damit gerechnet zu haben, etwas mitnehmen zu können.

DRHV mit deutlicher Leistungsteigerung in zweiter Halbzeit

Dass es letztlich so kam, lag an der Leistungssteigerung der Dessau-Roßlauer im zweiten Durchgang. In der ersten Hälfte der ersten Halbzeit war der Angriff des DRHV zwar gut, „aber wir hatten wie so oft Probleme im Defensivverhalten“, sagte Chefcoach Uwe Jungandreas. Seine Mannschaft sollte bewusst etwas defensiver verteidigen, aber: „Wir waren zu passiv.“ Potsdam kam immer wieder über die Schlagwürfe und den Kreisläufer - der Ex-Dessauer Normen Flödl - zum Erfolg. „Wir hatten hinten keine Abstimmung“, analysierte der offensive Kreativspieler und Vize-Kapitän, Max Scheithauer.

Gegen Ende der ersten Hälfte und nach einigen Wechseln lief auch der Angriff des DRHV nicht mehr ganz wie gewünscht. „Es ist immer schwer, wenn man von der Bank kommt“, zeigte Scheithauer Verständnis. Potsdam nutze diese schwächere Phase der Gastgeber aber - und so ging Jungandreas’ Team nicht mit einem möglichen Vier-Tore-Vorsprung (13:9, 21.) in die Pause, sondern führte nach 30 Minuten „nur“ 16:14. „„Wir haben die Dinge in der Kabine besprochen. Und ich denke, die zweite Hälfte war das, was wir wollen“, meinte Uwe Jungandreas.

Jungandreaas lobt die „totale Dominanz“

Dessau-Roßlau spielte Potsdam in den zweiten 30 Minuten an die Wand, überzeugte mit einer aggressiven und beweglichen Abwehr und kam ins starke Tempospiel. Das Team von Jungandreas strahlte von allen Position Gefahr aus. „Totale Dominanz“, nannte der Coach das, was zu sehen war.

Der DRHV führte nach 40 Minuten schon klar mit sechs Treffern (24:18), so dass sich Max Scheithauer schonen konnte. Der Kreativkopf wurde in seinen drei Jahren Dessau von zwei Kreuzbandrissen geplagt, kommt aber jetzt immer besser rein. „Das Gefühl für die Situationen ist langsam wieder da“, sagte er nach einem Spiel, bei dem er auch als Zuschauer Spaß hatte. Wie viele andere in der Halle.

DRHV: Ambrosius, Landgraf; Pavlicek (7/4), Löser (6), Hrstka (6), Hanisch (4), Sohmann (3/1), Bielzer, Schmidt (1), Mlotek (1), Gliese (4), Milkow (1), Zele, Zahradnicek (4), Scheithauer (2)

(mz)