Handball-2.Liga

Handball-2.Liga: DRHV hält 50 Minuten gegen Emsdetten mit

Dessau-Roßlau - Dass der Gästetrainer auch die gegnerischen Spieler genau im Blick hat, ist nicht ungewöhnlich. Dass er nach dem Abpfiff davon spricht, dass er Spaß am Spiel des Gegners hat, ist allerdings nur in Ausnahmen zu ...

Von Christian Kattner 04.09.2017, 11:57

Dass der Gästetrainer auch die gegnerischen Spieler genau im Blick hat, ist nicht ungewöhnlich. Dass er nach dem Abpfiff davon spricht, dass er Spaß am Spiel des Gegners hat, ist allerdings nur in Ausnahmen zu hören.

Daniel Kubes ist auch Nationaltrainer Tschechiens

Daniel Kubes hatte am frühen Sonntagabend in der Dessauer Anhalt-Arena Spaß. Vor allem in seiner Funktion als Nationaltrainer Tschechiens. „Ich freue mich, dass die Jungs hier eine Chance bekommen haben“, sagte er mit Blick auf Marek Vanco und Libor Hanisch, die das Trikot des Dessau-Roßlauer HV tragen und tschechische Nationalspieler sind.

Doch Kubes ist auch Trainer des TV Emsdetten und mit diesem konnte er sich am Sonntag mit 31:26 in der Dessauer Anhalt-Arena durchsetzen. „Das Ergebnis ist aber deutlicher als der Spielverlauf“, sagte Kubes und musste gleich mehrere Komplimente an die Gastgeber loswerden.

Die hatten es, trotz erheblicher Personalprobleme, geschafft, dem Favoriten lange Zeit Paroli zu bieten. „Dessau hat unglaublich viel investiert und wir hatten große Probleme von der ersten bis zur 50. Minute“, sagte der Emsdettener Trainer.

Sohmann und Scheithauer präsentierten sich in guter Form

Angeführt von einem großartig aufgelegten Vincent Sohmann im Angriff hatte der DRHV eine sehr gute erste Halbzeit gespielt und fast immer in Führung gelegen. Sohmann war als Regisseur und Vollstrecker der auffälligste Mann und stellte die Abwehr der Gäste vor Probleme.

Unterstützung bekam er von Max Scheithauer, der mit seinem flexiblen Spiel für viel Gefahr sorgte. Mit einem sehr aktiven und stark arbeitenden Libor Hanisch am Kreis lag der DRHV nach 14 Minuten 9:7 in Front. „Offensiv haben wir den Plan sehr gut umgesetzt“, sagte DRHV-Trainer Uwe Jungandreas nach dem Spiel - und wirkte sichtlich zufrieden.

Größerer Vorsprung wurde verpasst

Wenn es überhaupt etwas zu kritisieren gab, dann war es das zweifache Auslassen der Chance, den Vorsprung etwas höher zu gestalten. Anstatt auf 10:7 (16.) oder etwas später auf 16:13 (26.) zu erhöhen, erlaubten sich die Gastgeber Fehlwürfe oder Abspielfehler. So wurde es verpasst, mit einem höheren Vorsprung in die Halbzeitpause zu gehen.

Doch auch das 16:15 hätten im Vorfeld sicher nicht viele erwartet. Was in der ersten Hälfte nicht gelingen wollte, klappte aber im dritten Anlauf: Durch einen verwandelten Siebenmeter von Tomas Pavlicek erhöhte der DRHV in der 40. Minute auf 23:20.

Kurz zuvor musste allerdings Vincent Sohmann auf der Bank Platz nehmen - der Regisseur hatte sich am linken Oberschenkel verletzt und musste behandelt werden. Auch wenn er in der Schlussphase noch einmal spielen konnte, lief es im Angriff nicht mehr so rund. Lediglich drei Tore sollten den Gastgebern bis zum Abpfiff noch gelingen.

Zahradnicek sorgt noch einmal für den Anschlusstreffer

Und trotzdem durften die 1224 Zuschauer bis zur 54. Minute auf eine Überraschung hoffen. Jan Zahradnicek, ebenfalls ein Spieler aus Tschechien, hatte für den DRHV zum 26:27 getroffen. Doch war den Gastgebern ein Kräfteverschleiß und damit auch ein Konzentrationsabfall anzusehen.

Stück für Stück setzten sich die Gäste ab und gewannen am Ende mit 31:26. „Das ist mir ein paar Tore zu hoch“, sagte Uwe Jungandreas, „wir haben hinten raus die Linie verloren. Wir müssen das 60 Minuten durchziehen.“ Dann ist auch bald mehr drin.

DRHV:Ambrosius, Döhler, Pavlicek (2/1), Vanco (3), Sohmann (6/1), Hanisch (4), Wasielewski (3), Schmidt, Hönicke (1), Stryc, Hanner, Milkow, Zahradnicek (3), Scheithauer (4) (mz)