Handball-2. Bundesliga

Handball-2. Bundesliga: Corona-Tests beeinträchtigen Saisonvorbereitung beim DRHV

Dessau - Das Team und das nahe Umfeld des DRHV müssen sich wöchentlich auf Corona untersuchen lassen. Welche Folgen das für den Verein hat.

Von Tobias Große 25.08.2020, 12:23

Aus zehn mach - Stand jetzt - vier. Zehn Testspiele hatten Uwe Jungandreas und Sebastian Glock, der Cheftrainer und der Geschäftsführer des Dessau-Roßlauer HV, für die laufende Saisonvorbereitung auf die Rückkehr in die 2. Handball-Bundesliga schon festgezurrt.

Es waren echte Gradmesser dabei, wie Bundesligist SC Magdeburg oder Ligakonkurrent EHV Aue, jedoch auch etwas - bei allem Respekt - schwächere Gegner aus der dritten oder vierten Liga, um gewisse Abläufe einzustudieren. Aktuell scheint es aber, dass der DRHV darauf wird verzichten müssen. Es stehen jetzt nur noch jeweils zwei Testspiele gegen Magdeburg und Aue im Plan, weil der Club nicht gegen unterklassige Gegner testen darf.

Zumindest dann nicht, wenn sich der jeweilige Dritt- oder Viertligist im Vorfeld nicht selber getestet hat - auf Corona. Pandemiebedingt besteht für alle Profi-Clubs aus der 1. und 2. Handball-Bundesliga jetzt die Pflicht, sich jede Woche auf mögliche Corona-Infektionen testen zu lassen.

Die Corona-Tests beeinträchtigen nun jedoch die geplanten Testspiele

Die erste Testreihe beim DRHV, der in der letzten Woche der ersten Vorbereitungsphase genommen wurde, fiel komplett negativ aus. Nach einer trainingsfreien Woche wurden am Montagabend erneut Abstriche von allen Spielern und dem Trainerstab genommen. Auch Manager Glock muss sich regelmäßig testen lassen, da er eine Menge Kontakt zum Team hat. Die restlichen Mitarbeiter in der Geschäftsstelle werden nicht getestet. „Sie halten wir vom Team fern“, erklärt Glock.

Die Tests beeinträchtigen nun jedoch die geplanten Tests. Denn der DRHV darf in seiner Vorbereitung nur gegen Mannschaften spielen, die ebenfalls negativ auf das Coronavirus getestet wurden - da das für Teams aus der dritten oder vierten Liga aber keine vorgegebene Pflicht ist und mit einem sehr großen Kostenaufwand verbunden ist, ist es eher unwahrscheinlich, dass sich viele Clubs diesen Mehraufwand wegen eines Testspiels aufbürden.

Es soll laut Dessau-Roßlaus Geschäftsführer Glock zwar auch mögliche Testgegner aus unteren Ligen geben, die sich testen lassen würden. Aber: „Die Planung wird so natürlich um einiges schwieriger“, betont Sebastian Glock.

Wird die Testfrequenz bis zum Saisonende beibehalten, könnte eine sechsstellige Summe zusammenkommen

Als vor ein paar Wochen die Nachricht kam, dass die Tests für die Vereine der 1. und 2. Bundesliga verpflichtend sind, sei das für den Geschäftsführer des DRHV „im ersten Moment ein Schock“ gewesen. Es seien aktuell Zeiten, in denen man extrem auf die Gelder achten müsse.

Welcher finanzielle Mehraufwand jetzt durch die wöchentlichen Tests auf den DRHV zukommt, will Glock nicht verraten. Allgemein geht man allerdings davon aus, dass ein Test 40 bis 60 Euro kostet. Somit summieren sich die Kosten alleine bis zum Saisonstart auf einen fünfstelligen Betrag. Wird die Testfrequenz bis zum Saisonende beibehalten, könnte eine sechsstellige Summe zusammenkommen.

Sebastian Glock verfolgt aktuell noch intensiver als sonst die Corona-Nachrichten

Glock bekräftigt aber auch: „Ich halte es für sinnvoll, das so zu machen, um den Spielbetrieb nicht zu gefährden.“ Am 2. Oktober soll die 2. Bundesliga starten, positive Tests wären ein Super-Gau für die Verantwortlichen der HBL. Dessau muss zuerst zum TSV Bayer Dormagen. Die Macher des DRHV haben auch noch einmal explizit an die eigenen Spieler appelliert, sich an die geltenden Regeln zu halten.

Sebastian Glock verfolgt aktuell noch intensiver als sonst die Corona-Nachrichten. Zwar achte er bei den Zahlen mehr auf die Reproduktionszahl, statt auf die Anzahl der Neuinfektionen, doch „wenn man sieht, dass sie Zahlen in die Höhe gehen, macht einem das schon Bauchschmerzen“, sagt der 34 Jahre alte Geschäftsführer. Glock hat aber Vertrauen in die Konzepte der Liga. „Den Saisonstart sehe ich nicht als gefährdet an“, sagt er. (mz)