Mitarbeiter müssen gehen

Förderschule in Dessau-Roßlau: Eltern kämpfen für Kinder an Körperbehindertenschule „An der Muldaue“

Dessau - Schule an der Muldaue verliert sieben pädogische Mitarbeiter. Eltern der Schulkinder wollen in Magdeburg gegen Versetzung von pädagogischen Mitarbeitern protestieren.

Von Lisa Garn 31.08.2016, 06:00

Sie werden den Weg bis nach Magdeburg gehen, um für ihre Kinder zu kämpfen. Die Eltern der Körperbehindertenschule „An der Muldaue“ wehren sich gegen den Abzug von sieben pädagogischen Mitarbeitern. „Einige von uns werden am Freitag zum Landtag fahren, um gegen diese Willkür zu protestieren“, sagt Elternvertreter Frank Biedermann. Überreicht werden soll ein Protestbrief.

Pädagogische Mitarbeiter sollen umverteilt werden

Ab September sollen auf Grundlage eines Erlasses des Bildungsministeriums pädagogische Mitarbeiter in Sachsen-Anhalt umverteilt werden, nachdem der Personalschlüssel verändert wurde. Das Ministerium will damit offenbar einen ohnehin bestehenden eklatanten Mangel organisieren. Doch aus Sicht von Eltern werden damit an einigen Schulen die Lücken noch größer, um die Kinder angemessen zu betreuen.

96 Kinder besuchen die Schule „An der Muldaue“

Dessau-Roßlau ist eine der Städte, die die Umverteilung hart trifft. Den 20 Lehrern an der Körperbehindertenschule „An der Muldaue“ stehen ab September nicht mehr 14, sondern nur noch sieben pädagogische Mitarbeiter zur Seite, die die Kinder vor, während und auch nach dem Unterricht betreuen, sie unter anderem auch medizinisch versorgen und physiotherapeutisch begleiten.

96 Kinder besuchen die Schule, zwei Drittel von ihnen beispielsweise brauchen physiotherapeutische Hilfe. Weitere Kinder müssen medikamentiert, gespritzt und kathetert werden. Mit der Abordnung an drei Geistigbehindertenschulen wird es in der Schule an der Muldaue künftig nur noch 7,5 pädagogische Mitarbeiter geben, die Zahl der Krankenschwestern und Physiotherapeutinnen reduziert sich von jeweils zwei auf jeweils eine.

Dessau-Roßlauer Eltern wollen  Landtag Druck machen

„Dieser Erlass ist vom Schreibtisch aus entschieden worden, durch nichts gerechtfertigt und er macht mich tief betroffen“, sagte Frank Biedermann am Montagabend bei einer Versammlung in der Schule. „Wie soll das jetzt im täglichen Alltag funktionieren?“, fragt Maik Spitzer, Vorsitzender des Fördervereins. „Die Schule ermöglicht die Teilhabe und ist die Vorbereitung für das spätere Leben. Die Lehrkräfte und Mitarbeiter haben einen Lehr- und Erziehungsauftrag. Wenn hier die Hälfte der pädagogischen Mitarbeiter abgezogen wird, ist das nicht zu schaffen.“

Die Eltern wollen den Druck deshalb erhöhen und ihn in die Sitzung des Landtages am Freitag tragen. Die Fraktion der Linke will dort einen Antrag einbringen: Gefordert wird, die Umverteilung in Sachsen-Anhalt umgehend zu stoppen und schnelle Neueinstellungen vorzunehmen. „Bei diesem Verschiebebahnhof gibt es nur Verlierer“, sagt Thomas Lippmann, bildungspolitischer Sprecher der Linksfraktion. „Die Kinder, Eltern, die Lehrer und die Mitarbeiter.“ (mz)