Flutschäden

Flutschäden: Millionen für Schloss Großkühnau

Dessau - Die Kulturstiftung will Schloss, Nebengelass und Park bis 2020 instand setzen.

Die Dessau-Wörlitzer Kulturstiftung kann mit Hilfe von Bund und Ländern die Schlossanlage von Großkühnau sanieren.

Mehrfach hochwassergeschädigt, hat das Land Fördermittel in Höhe von 6,3 Millionen Euro aus dem Hochwasserfonds 2013 bewilligt, um Schloss, Nebenanlagen und Garten am Großkühnauer See in Ordnung zu bringen.

Feuchter Schlosskeller

Dort, so sagte Stiftungsdirektor Thomas Weiß, liegt seit Jahren einiges im Argen. Die Arbeitsbedingungen für die Verwaltung der Dessau-Wörlitzer Kulturstiftung lassen lange schon Wünsche offen. Manches Büro hat vier Mitarbeiter und ist 18 Quadratmeter groß. Bei Hochwasser ist der Keller des Schlosses, das die Kulturstiftung als Sitz der Verwaltung nutzt, nass und feucht.

Zwischen 2017 und 2020 soll das Schloß saniert werden. Erforderlich ist dafür, das Haus leer zu räumen. Die Kulturstiftung hat dafür unter anderem im Rathaus angeklopft und um Unterstützung gebeten. „Wir wollen vorübergehend Büros in Dessau beziehen“, sagte Weiß und nannte einige Details aus den vorläufigen Planungen.

Das Schloss soll voraussichtlich 2018 brandschutztechnisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Sämtliche elektrischen Leitungen müssen erneuert werden. Das Schloss wird trockengelegt. Ausgleichsbrunnen werden saniert.

Keine Plastikfenster mehr

Das Großkühnauer Schloss ist weit und breit das einzige historische Gebäude, in das Fenster aus Plastik eingesetzt sind. Eingebaut wurden die nach der politischen Wende. Das Haus wurde damals von der AOK aus Schulungsort genutzt. In zwei Jahren wird das Schloss der Zeit angemessene Fenster erhalten, verspricht Weiß und hofft, dass das Stiftungsarchiv - es ist im Wirtschaftstrakt untergebracht - einen Leseplatz und die Abteilung Schlösser und Sammlungen im Kopfbau ein neues Domizil erhalten.

Nach 2020 wird die Stiftung wieder nach Großkühnau ziehen - ohne Thomas Weiß. Dessen Vertrag läuft zum Januar 2017 aus. Die Kulturstiftung hatte im Dezember 2015 die Stelle des Direktors ausgeschrieben und den Bewerbern vier Wochen Frist gesetzt. Eine Entscheidung ist noch nicht getroffen. (mz/age)