Fest im Anhaltischen Theater eröffnet

Fest im Anhaltischen Theater eröffnet: Weill zurück in Dessau - als neues Denkmal

Dessau - Dessau hat seit Freitag eine eigene Büste von Kurt Weill. Enthüllt wurde das Kunstwerk aus Bronze beim Festakt zur Eröffnung des 28. Kurt-Weill-Festes. Sie ist ein Werk der sächsischen Bildhauerin Anna Maria Schwarzbach, einer sehr bedeutenden Porträtbildhauerin der Gegenwart, so wurde auf dem Festakt ...

Von Annette Gens

Dessau hat seit Freitag eine eigene Büste von Kurt Weill. Enthüllt wurde das Kunstwerk aus Bronze beim Festakt zur Eröffnung des 28. Kurt-Weill-Festes. Sie ist ein Werk der sächsischen Bildhauerin Anna Maria Schwarzbach, einer sehr bedeutenden Porträtbildhauerin der Gegenwart, so wurde auf dem Festakt betont.

Die 56 Zentimeter hohe Bronzebüste wurde ausschließlich aus Spenden finanziert und soll anlässlich des 120. Geburtstags von Kurt Weill künftig im Anhaltischen Theater an den großen Sohn der Stadt erinnern. Weill wurde am 2. März 1900 als Sohn eines jüdischen Kantors geboren. Vor 100 Jahren trat er seine erste Stelle als Kapellmeister an.

Die Idee, im Anhaltischen Theater eine Weill-Büste aufzustellen, entstand vor zwei Jahren und geht auf eine Tradition in der Royal Albert Hall in London zurück. Bei den Sommerkonzerten Night of the Proms in der Royal Albert Hall wird die Büste des Dirigenten Sir Henry Wood mit einem Lorbeerkranz geschmückt. Weill benötigt keinen Lorbeer, aber Dessau benötige eine Büste, freut sich die Magdeburgerin Patricia Werner, Vertreterin der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, die zu den privaten Spendern gehört. Firmen und Privatpersonen haben dafür einen höheren fünfstelligen Betrag gestiftet, hieß es am Freitag.

Das 28. Kurt-Weill-Fest steht unter dem Motto "Was sind Grenzen?"

Das 28. Kurt-Weill-Fest steht unter dem Festivalmotto „Was sind Grenzen?“. Über 600 Künstler stehen an 17 Festivaltagen und 21. Veranstaltungsorten in Dessau-Roßlau, Magdeburg, Halle und Wörlitz auf den Bühnen. Dass in diesem Festivaljahr ein neuer Besucherrekord wie 2019 aufgestellt werden kann, hält Thomas Markworth, Präsident der Kurt-Weill-Gesellschaft, zwar für unwahrscheinlich. „Aber das Ergebnis von 2018 wird übertroffen.“

Markworth zog den Hut vor der Leistung des künstlerischen Festivalleiters, Jan Henric Bogen. Bevor die Festival-Gala im Anhaltischen Theater begann, erinnerte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff daran, dass es gelungen ist, den Weg zum Bau einer Synagoge in Dessau zu ebnen. In ihrem Grußwort bekannte die amerikanische Gesandte Robin S. Quinville: „Ich bin ein Fan von Kurt Weill.“ Dessau-Roßlaus Oberbürgermeister Peter Kuras begrüßte im Namen der Stadt die zahlreichen Gäste und sprach über das Festivalmotto - die Grenzen.

Alle Festredner waren sich einig: Antisemitismus - der Grund, weshalb auch der Komponist aus Deutschland emigrierte - dürfe nicht wieder die Oberhand gewinnen. Bei der anschließenden Eröffnungs-Gala wurden ausschließlich Auszüge aus den Werken Kurt Weills zu Gehör gebracht: Auf der Bühne standen neben „Artist in Residence“ Vladimir Korneev (siehe Seite 11) Weltstar Rolando Villazòn. (mz)