Erster Pfarrer im Ehrenamt in Anhalt

Erster Pfarrer im Ehrenamt in Anhalt: Andreas Janßen hat in Dessau künftig zwei Jobs

Dessau - Am Tag danach ist Andreas Janßen noch immer ganz beschwingt: „Ich dachte, ich werde das locker nehmen. Aber als es so weit war und ich dann auch die hochoffizielle Urkunde bekam, war ich aufgeregt.“ Der 47-Jährige ist am Samstag in der Kirche St. Peter in Törten als Pfarrer im Ehrenamt ordiniert worden. „Ein toller, schöner Gottesdienst. Es war ein würdiger Rahmen für einen wichtigen Schritt für ...

30.04.2018, 11:52

Am Tag danach ist Andreas Janßen noch immer ganz beschwingt: „Ich dachte, ich werde das locker nehmen. Aber als es so weit war und ich dann auch die hochoffizielle Urkunde bekam, war ich aufgeregt.“ Der 47-Jährige ist am Samstag in der Kirche St. Peter in Törten als Pfarrer im Ehrenamt ordiniert worden. „Ein toller, schöner Gottesdienst. Es war ein würdiger Rahmen für einen wichtigen Schritt für mich.“

Hauptberuflich ist Janßen Beauftragter der Evangelischen Landeskirche Anhalt für Kirche, Kultur und Tourismus und ab dem 1. Mai zuständig auch für den Bereich Fundraising, also für das Beschaffen von Finanzmitteln für Projekte beispielsweise. 2017 war er Beauftragter der Landeskirche für das Reformationsjubiläum.

Janßen, der aus Ostfriesland stammt und ab 1990 eine theologische Ausbildung absolviert hat, lebt seit 2001 in Dessau. Er ist seit vielen Jahren unter anderem in der Kirchengemeinde St. Peter und Kreuz Dessau im Einsatz. Mit der Ordination hat er nun auf Lebenszeit das Recht und die Aufgabe, öffentlich zu predigen, das Abendmahl auszuteilen und zu taufen.

Janßen wird hauptsächlich Gottesdienste, Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen übernehmen

Janßen ist in der Landeskirche Anhalts der erste Laie, also nicht hauptberufliche Theologe, der als Pfarrer im Ehrenamt ordiniert wurde. Dies war bisher aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Nach der Ordination wird er hauptsächlich Gottesdienste und Kasualien wie Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen übernehmen.

„Gemeindekreise, Verwaltung und die tägliche Seelsorge bleiben die Aufgabe der Pfarrerin von St. Peter und Kreuz“, sagt Janßen. Die derzeit vakante Stelle wird ab August besetzt sein. Janßen sieht sich als Unterstützung, hauptsächlich in der Gemeinde St. Peter und Kreuz, aber auch für weitere Gemeinden. „Abgestimmt mit meinem Dienstplan und meinem Leben.“

Eine eigene Pfarrstelle wollte Janßen „aus persönlichen Gründen nie übernehmen“, sagt er. „Mit der Kultur- und Tourismusarbeit habe ich mein Lebensthema gefunden. Trotzdem ist mir der Dienst in der Verkündigung von Gottes Wort wichtig. Die Ordination ins Ehrenamt ist für mich eine Chance, eine kreative Kulturarbeit für unsere Kirche zu leisten und mich zugleich meiner eigentlichen Ausbildung als Prediger zu widmen. Ich sehe deutliche Schnittflächen zwischen beiden Tätigkeiten.“ (mz/lga)