Ersatzneubau im Stadtzentrum

Ersatzneubau im Stadtzentrum Dessau: Grundstein für neues Gotteshaus gelegt

Dessau - Die Grundplatte lässt bereits den Grundriss des neuen Gebäudes erahnen: Foyer, Flur, Seminarräume und im Zentrum ein großer Saal. Nach dem Tiefbau sind in der Kantorstraße 51 die Konturen für den Ersatzneubau des Gemeindezentrums der Neuapostolischen Kirche (NAK) Dessau zu ...

Von Silvia Bürkmann 18.09.2017, 06:36

Die Grundplatte lässt bereits den Grundriss des neuen Gebäudes erahnen: Foyer, Flur, Seminarräume und im Zentrum ein großer Saal. Nach dem Tiefbau sind in der Kantorstraße 51 die Konturen für den Ersatzneubau des Gemeindezentrums der Neuapostolischen Kirche (NAK) Dessau zu erkennen.

Die offizielle Grundsteinlegung vollzogen am Freitag die Mitglieder der neuapostolischen Glaubensgemeinschaft mit ihrem Bischof Thomas Matthes, der Dessau-Roßlauer Beigeordneten für Stadtentwicklung/Umwelt Christiane Schlonski und Pfarrer Martin Günther aus der benachbarten evangelischen Gemeinde St. Georg gemeinsam als feierlich-heiligen Akt des Kirchenneubaus. „Das Wichtigste für eine neue Kirche ist eine feste Gründung. Erstens für das Gebäude und zweitens für die Gemeinde“, so Bischof Matthes.

Moderner Zweckbau entsteht in der Kantorstraße

Der Neubau entsteht auf dem Grundstück, das die Gemeinde vor 90 Jahren erworben hatte und wo seither fast ununterbrochen gebaut wurde: Das 1929 in der Kantorstraße errichtete Gotteshaus brannte nach der Bombardierung im März 1945 völlig aus und wurde 1950 wieder aufgebaut. Später folgten Umbauten und Modernisierungen. 2016 entschied sich die Neuapostolische Kirche dann für einen Neubau, das alte Gebäude wurde im Frühjahr 2017 abgerissen.

Die Pläne für das neue Gotteshaus stellte Architekt Walter Feuereisen aus Hohen Neuendorf (Brandenburg) vor und sprach von einem „modernen, edel-schlichten Erscheinungsbild des Zweckbaus in minimiertem Farb- und Materialwechsel“. Der hohe Kirchensaal im Zentrum vermittele als sakraler Raum sowohl Geborgenheit als auch Offenheit und Transparenz. Wie auch der Kirchenvorplatz einlade zum Besuch des Gotteshauses. „Die Kirche ist fest eingebunden in das Wohngebiet“, sind für Bischof Matthes die lebendigen Begegnungen der Menschen starke Lebenszeichen für die Kirche.

Die enge Bindung zwischen Kirche und Gläubigen und die gute Erreichbarkeit im Zentrum der Stadt fallen auch für Baudezernentin Christiane Schlonski ins Gewicht für ein ausdrückliches Dankeschön: Ein Neubau gerade an dieser Stelle setze einen wichtigen Akzent für die Stadtentwicklung.

Nachbarn gewähren Asyl bis zur Fertigstellung

Pfarrer Günther von St. Georg hatte zur Grundsteinlegung noch ein besonderes Accessoire mitgebracht: Ein Steinchen aus der benachbarten Georgenkirche. Die nämlich gewährt während der Bauzeit den Christen der Neuapostolischen Gemeinde Unterkunft zum Gottesdienst.

„Dafür sind wir sehr dankbar“, hatte Kirchenbezirksältester Klaus Koselack informiert, dass von etwa 300 Gemeindemitgliedern aus Dessau, Roßlau und Oranienbaum durchschnittlich 150 die Sonntagsgottesdienste besuchen. Neben den evangelischen Brüdern in St. Georg öffnen die Neuapostolischen Gemeinden in Köthen und Wolfen ihre Gotteshäuser für die Dessauer „im Asyl“.

Der Neubau wird noch Zeit brauchen, kann Koselack noch keinen Endtermin nennen. Mit dem Richtfest und der Weihe aber stehen noch weitere „heilige Akte“ in der Kantorstraße bevor. (mz)