Einmal in der Woche ins Tierheim

Einnmal in der Woche ins Dessauer Tierheim: Heidrun Modes gehört zum Team der „Katzenkuschler“

Dessau - Warum Heidrun Modes mit Freude einmal in der Woche ins Tierheim geht.

Von Sylke Kaufhold

Heidrun Modes ist eine „Katzenkuschlerin“. Ihre Fürsorge gilt den Samtpfoten im Tierheim, wo die Dessauerin einmal in der Woche in den Katzenzimmern Kuscheldienst leistet. „Damit die Tiere den Kontakt zu den Menschen behalten oder bekommen“, erklärt sie den Sinn ihrer Tätigkeit und gesteht: „Auch mir tut es gut.“

Diesmal sitzt Heidrun Modes im Zimmer von Karli, Bob und Brian. Es ist gemütlich, Kratzbaum und diverse „Höhlen“ bieten Spiel- und Versteckmöglichkeiten. Dank der Fußbodenheizung ist es kuschlig warm. „Sie tun sich heute ein bisschen schwer“, erzählt die Katzenfreundin.

Karli, der Zimmersenior, hat sich verkrochen und lässt sich erstmal nicht rauslocken. Bob fährt seine Krallen aus, aber Brian erliegt der Verführung einer Schmusestunde. Geduldig versucht Heidrun Modes auch die anderen beiden für sich zu gewinnen. „Einige sind zutraulich, andere misstrauisch und scheu“, weiß die Dessauerin. „Da braucht es Geduld.“

Heidrun Modes gehört seit vielen Jahren zum Team der „Katzenkuschler“

Die hat die 75-Jährige. Seit vielen Jahren gehört sie zum Team der „Katzenkuschler“. Die Liebe zu den stolzen Tieren wurde in ihrem Elternhaus geweckt. „Wir hatten ein Haus mit Garten und Katzen“, erzählt Heidrun Modes. „Ich habe mich schon als Kind viel mit ihnen beschäftigt.“ Heute lebt sie in einer kleinen Wohnung. „Das passt nicht für eine Katze“, hat sie den eigenen Katzenwunsch ad acta gelegt.

Zur Freude der derzeit 30 schnurrenden Bewohner des Tierheims. „Ich gehe jede Woche in ein anderes Zimmer“, erzählt sie. Oder dorthin, wo die Tierpfleger Bedarf sehen. Die sind sehr dankbar für die Unterstützung durch „Katzenkuschler“, von denen es rund zwölf gibt. „Bei der Sozialisierung der Tiere sind sie uns eine große Hilfe“, sagt Mitarbeiterin Nicole Muttschall. Denn die Zeit der sechs Angestellten und zwei FÖJler, sich mit den Tieren zu beschäftigen, sei begrenzt.

Die Sozialisierung der Tiere ist eine wichtige Aufgabe, um sie wieder vermitteln zu können

Die Sozialisierung der Tiere ist eine wichtige Aufgabe, um sie wieder vermitteln zu können. „Das klappt bei einigen sehr schnell, andere brauchen länger“, berichtet Nicole Muttschall. Bob und Brian zum Beispiel brauchen noch ein bisschen. „Die beiden sind Brüder, sie lebten bis vor kurzem völlig ohne Menschen und holten sich an einer Futterstelle ihr Futter.“ Die sei geschlossen worden, deshalb habe man die Tiere ins Heim geholt.

Heidrun Modes zollt der Arbeit von Tierheimleiterin Catrin Rhode und ihrem Team großen Respekt. „Sie leisten so viel, aber ich glaube, das ist den meisten Menschen gar nicht bewusst. Auch deshalb helfe ich hier.“ (mz)