Eine Bitte und eine Warnung

Eine Bitte und eine Warnung: Dessau-Roßlau verleiht Ulrich Plettner die Fritz-Hesse-Medaille

Dessau-Roßlau - Die Stadt Dessau-Roßlau hat Ulrich Plettner mit der Fritz-Hesse-Medaille ausgezeichnet. Es ist nach der Ehrenbürgerwürde die höchste Auszeichnung - und wurde erst zum zehnten Mal verliehen. Zum Schifferfest war Handball-Olympiasieger Günther Dreibrodt die besondere Ehre zuteil ...

08.09.2017, 07:59

Die Stadt Dessau-Roßlau hat Ulrich Plettner mit der Fritz-Hesse-Medaille ausgezeichnet. Es ist nach der Ehrenbürgerwürde die höchste Auszeichnung - und wurde erst zum zehnten Mal verliehen. Zum Schifferfest war Handball-Olympiasieger Günther Dreibrodt die besondere Ehre zuteil geworden.

Im Stadtrat würdigte Oberbürgermeister Kuras Plettners großes ehrenamtliches Engagement für die Stadt.

Ulrich Plettner war Mitbegründer der Kurt-Weill-Gesellschaft

Plettner, 1937 in Dresden geboren, 1949 nach Dessau gezogen, war von 1972 bis 2002 Chefarzt im Diakonissenkrankenhaus und hatte von 1990 bis 2010 für die FDP im Stadtrat gesessen. Der 80-Jährige war Mitbegründer der Kurt-Weill-Gesellschaft, des Fördervereins des Anhaltischen Theaters, des Fördervereins für das Mausoleum und der Anhaltischen Goethe-Gesellschaft.

2008 war Plettner schon mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. In den vergangenen Jahren hatte sich Plettner stark für den christlich-jüdischen Dialog eingesetzt. Für die Ehrung mit der Fritz-Hesse-Medaille hatte ihn die Jüdische Gemeinde vorgeschlagen, die SPD unterstützte diesen Vorschlag.

Verliert Dessau-Roßlau seinen Bindestricht, gibt er die Medialle zurück

„Die Überraschung ist ihnen gelungen“, sagte Ulrich Plettner nach der Laudatio - ehrlich erfreut. Plettner nutzte seine Dankesworte für die Bitte, das Dessauer Synagogenprojekt zu unterstützen, und mit einer Warnung an die Stadträte. „Sollten Sie beim Stadtnamen Dessau-Roßlau den Bindestrich streichen, gebe ich die Fritz-Hesse-Medaille zurück.“ (mz)