Kristallpalast

Dessauer Kristallpalast: Besteht doch noch Hoffnung für die Ruine?

Dessau - Erstrahlt der „Kristallpalast“ bald wieder in altem Glanz? Zumindest gibt es neue Hoffnung, dass der einstige Veranstaltungsort in der Zerbster Straße in absehbarer Zeit nicht mehr nur Ruine ist.

Von Ute König

Erstrahlt der „Kristallpalast“ bald wieder in altem Glanz? Zumindest gibt es neue Hoffnung, dass der einstige Veranstaltungsort in der Zerbster Straße in absehbarer Zeit nicht mehr nur Ruine ist. Dessau-Roßlaus Oberbürgermeister Peter Kuras und einige Stadträte haben wieder Gespräche mit dem Eigentümer des Grundstücks aufgenommen und über Entwicklungsmöglichkeiten geredet. „Es zeichnet sich ab, dass eine Übereinkunft zwischen beiden Seiten zur künftigen Vorgehensweise besteht“, teilt Pressesprecher Carsten Sauer auf MZ-Anfrage mit.

Eine Herzensangelegenheit

Auf eine solche Nachricht warten viele Dessauer seit langem - auch Harald Seeliger. „Der ,Kristallpalast’ liegt mir am Herzen“, betont er. „Ich habe dort die schönste Zeit meines Lebens verbracht.“ Auf der Bühne als Musiker und auch davor.

Im vergangenen Jahr hat Seeliger deshalb selbst Kontakt mit dem Besitzer aus München aufgenommen, setzte sich dafür ein, dass sich was tut auf dem Grundstück. Sogar über die Gründung eines neuen Fördervereins dachte - und denkt er nach wie vor - nach. Mitstreiter hätte er. Seine Bemühungen liefen jedoch ins Leere. Der Kontakt riss ab.

Aufgeben wollte Seeliger nicht. Vor allem der Erfolg der gleichnamigen Tanzrevue des Anhaltischen Theaters, die seit vergangener Spielzeit fast immer ausverkaufte Vorstellungen verzeichnen konnte, sieht der Dessauer als Beweis dafür, dass der „Kristallpalast“ wieder zum Leben erweckt werden müsse.

Auch Rathaus involviert

Auch im Rathaus weiß man um die Besonderheit des „Kristallpalasts“. Nachdem vor rund acht Jahren die Pläne für eine Sanierung und Neunutzung geplatzt sind, verkam das Grundstück aber immer mehr zum Schandfleck. „Neben der ehemaligen Schade-Brauerei, für die ein nachhaltiges Konzept durch die IDT Biologika entwickelt werden konnte und wo bereits die Umsetzung erfolgt, zählt der ,Kristallpalast‘ zu den herausragenden Stellen in der Innenstadt, wo eine Entwicklung weiterhin dringend erforderlich ist“, so Sauer.

Da sich das Areal allerdings in Privatbesitz befindet, könne die Stadt nur begrenzt Einfluss nehmen.

Genaue Pläne noch geheim

Worüber nun genau mit dem Eigentümer gesprochen wurde, und was auf dem Gelände entstehen könnte, bleibt erst einmal geheim. „Eine genauere Information der Öffentlichkeit wird erfolgen, wenn die Pläne eine Umsetzungsreife erreicht haben“, teilt Sauer mit.

Harald Seeliger ist auf jeden Fall gespannt. Und wenn die Pläne im Sinne der Dessauer sind, sei er auch weiterhin bereit, sich für den „Kristallpalast“ zu engagieren. „Finanziell kann ich nichts beisteuern“, so Seeliger. „Aber Herzblut.“ (mz)