Dessauer Benefizspiel

Dessauer Benefizspiel: Hertha BSC gewinnt gegen RB Leipzig

Dessau/MZ - Sonnabend, 18 Uhr, waren irgendwie alle zufrieden. „Es ist die Hälfte der Vorbereitung vorbei - und wir sind immer noch ungeschlagen“, sagte Jos Luhukay, Trainer von Hertha BSC, nach dem 1:0-Sieg. „In der ersten Halbzeit habe ich uns vorne gesehen. Wir haben den Spielern von Hertha kaum Chancen gegeben, ihr Spiel aufzuziehen“, lobte Alexander Zorniger, Coach von RB Leipzig. Das war der sportliche Teil. Den Rest bilanzierte Jörg Schwabe, der Chef des Dessau-Roßlauer Polizei-Reviers. „Es sollte ein Familientag werden - und dieser Sonnabend ist es auch geworden“, sagte Schwabe nach einem Nachmittag ohne Vorfälle. „Es gab nicht eine ...

Von STEFFEN BRACHERT

Sonnabend, 18 Uhr, waren irgendwie alle zufrieden. „Es ist die Hälfte der Vorbereitung vorbei - und wir sind immer noch ungeschlagen“, sagte Jos Luhukay, Trainer von Hertha BSC, nach dem 1:0-Sieg. „In der ersten Halbzeit habe ich uns vorne gesehen. Wir haben den Spielern von Hertha kaum Chancen gegeben, ihr Spiel aufzuziehen“, lobte Alexander Zorniger, Coach von RB Leipzig. Das war der sportliche Teil. Den Rest bilanzierte Jörg Schwabe, der Chef des Dessau-Roßlauer Polizei-Reviers. „Es sollte ein Familientag werden - und dieser Sonnabend ist es auch geworden“, sagte Schwabe nach einem Nachmittag ohne Vorfälle. „Es gab nicht eine Störung.“

Das Flutopfer-Benefiz-Spiel hatte in der Fußballszene jene zu Boykott-Aufrufen provoziert, die seit Jahren ein Problem mit dem von Red Bull in Leipzig aufwendig (aber nachhaltig) finanzierten Fußballprojekt haben. Trotzdem kamen am Sonnabend 4 183 Fans in das Dessauer Paul-Greifzu-Stadion und sahen die Partie zweier Aufsteiger, die sich schon nächstes Jahr direkt gegenüberstehen könnten: Wenn Hertha BSC den Klassenerhalt verpasst und RB Leipzig den Durchmarsch schafft. Ob das Szenario eintritt, da ließ der Sonnabend nur schwer Rückschlüsse zu.

Hertha BSC präsentierte sich in Dessau mit zwei Mannschaften - und zwei Gesichtern. Nach einer durchwachsenen ersten Halbzeit und nur zwei Chancen von Ben Sahar (36. und 38.) wechselte Hertha-Trainer Jos Luhukay in der Halbzeit alle elf Spieler aus und brachte vor allem mit dem Trio Ronny, Adrian Ramos und Sandro Wagner neuen Schwung. Nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff verwandelte Ramos eine flache Hereingabe von Ronny per Hacke zum 1:0. Kurz darauf verhinderte RB-Schlussmann Fabio Coltorti mit einer Riesen-Parade gegen Wagner das 2:0.

RB hielt ordentlich mit, tat sich aber schwer, gute Chancen zu erarbeiten. Sechs Tage vor dem Pflichtspielstart in der dritten Liga beim Halleschen FC hatte Clemens Fandrich die größte Chance in der 21. Minute. Nach Vorarbeit von Yussuf Poulsen schoss Fandrich den Ball aber nur an den Pfosten. Poulsen, der gerade verpflichtete 19-jährige dänische Nationalspieler, war der auffälligste RB-Spieler. Bei Hertha bekam der zur Halbzeit gekommene, erst 18-jährige Hany Mukhtar ein Extra-Lob.

„Im zweiten Durchgang hatten wir das ein oder andere Problem bei Standardsituationen“, sah RB-Coach Zorniger noch einige Arbeit auf sich zukommen: „Aber dennoch war es ein rundum positiver Testauftritt und eine gelungene Generalprobe.“ In Dessau wollte da keiner widersprechen.