Kurzfristige Absage

Dessau-Rosslau: Anhaltisches Theater braucht kurzfristig einen neuen Verwaltungsdirektor

Dessau - Schwerer Rückschlag für das Anhaltische Theater: Daniel Siekhaus, Wunsch-Kandidat als Verwaltungsdirektor für das Haus am Dessauer Friedensplatz, hat völlig überraschend einen Rückzieher gemacht. Das bestätigte die Stadtverwaltung auf MZ-Anfrage. Der erst 30-jährige Siekhaus war Mitte April mit übergroßer Mehrheit im Stadtrat bestellt worden. Zwei Wochen später folgte die Absage.

Schwerer Rückschlag für das Anhaltische Theater: Daniel Siekhaus, Wunsch-Kandidat als Verwaltungsdirektor für das Haus am Dessauer Friedensplatz, hat völlig überraschend einen Rückzieher gemacht. Das bestätigte die Stadtverwaltung auf MZ-Anfrage. Der erst 30-jährige Siekhaus war Mitte April mit übergroßer Mehrheit im Stadtrat bestellt worden. Zwei Wochen später folgte die Absage.

Schwierige Entscheidung

„Daniel Siekhaus hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagte Robert Reck, Beigeordneter für Wirtschaft und Kultur, ohne konkrete Gründe für die Absage nennen zu wollen. Möglicherweise sei Siekhaus aber die Größe der Aufgabe erst nach der Entscheidung für Dessau richtig bewusst geworden. Siekhaus, gebürtig aus Hagen in Nordrhein-Westfalen, war seit Anfang des Jahres Manager des Thüringer Staatsballetts in Gera und Altenburg.

Friedrich Meyers Posten wird zum 31. Juli frei

Der Posten am Theater wird zum 31. Juli frei, weil der bisherige Verwaltungsdirektor Friedrich Meyer nach Augsburg wechselt - zum ehemaligen Dessauer Generalintendanten André Bücker. Bücker übernimmt zur Spielzeit 2017/2018 die Leitung in Augsburg, Meyer soll schon dieses Jahr anfangen. Sein Vertrag in Dessau war auf eigenen Wunsch nicht verlängert worden.

„Ich finde die Absage sehr schade“

Insgesamt hatte es 20 Bewerbungen gegeben, sechs Interessenten durften sich vorstellen. Siekhaus wurde gemeinsam vom Theaterausschuss und dem Hauptausschuss vorgeschlagen - und solltehinter Generalintendant Johannes Weigand zweiter Werkleiter werden. „Ich finde die Absage sehr schade“, sagte Reck. „Wir hätten ihm diese Aufgabe zugetraut.“

Wie es nun weiter geht, ist offen. Nächsten Mittwoch berät der Hauptausschuss in nicht öffentlicher Sitzung des weitere Vorgehen. „Ich tendiere zu einer neuen Ausschreibung“, sagte Reck - mit allen Konsequenzen. „Vielleicht muss es eine Interimslösung geben, um in aller Ruhe suchen zu können.“

Fristen gegen Schnelligkeit

Siekhaus sollte zum 1. August anfangen. „Bis dahin einen neuen Verwaltungsdirektor zu finden, das wäre allein wegen der Fristen bei den Ausschüssen eine ziemlich sportliche Aufgabe“, gab Reck zu. Zumal es sein könne, dass der neue Wunschkandidat so kurzfristig nicht zu haben ist. „Mir ist wichtig, dass das Haus einen guten Verwaltungsdirektor bekommt. Das geht in diesem Fall vor Schnelligkeit.“ (mz/sb)