DessauDessau: Gesundes Frühstück für Grundschüler

Dessau/MZ - Schnittenschmieren im Akkord. So könnte man es nennen, was Daniela Wagner jeden Donnerstag macht. Die 45-Jährige hat sieben Kinder. Fünf davon leben in ihrem Haushalt. Zwei besuchen die Grundschule „Geschwister Scholl“ in der Dessauer Mauerstraße. Im Laufe der Jahre ist zwischen Wagner und der Schule ein ganz besonderes Verhältnis gewachsen, weshalb die Dessauerin schmiert. Immer donnerstags in der Küche der Grundschule. Denn donnerstags werden die 140 Grundschüler mit einem gesunden Frühstück versorgt. Seit drei Jahren ist das so. Und seit drei Jahren hilft Mutter Daniela nicht nur ihre eigenen Kinder, sondern auch deren Mitschüler mit gesunder Kost vertraut zu machen - ehrenamtlich. Ihr Dank sind lachende Kinderaugen und solche Bemerkungen wie von Schüler Luis: „Der Donnerstag ist mein ...

Von Annette gens 25.05.2013, 17:40

Schnittenschmieren im Akkord. So könnte man es nennen, was Daniela Wagner jeden Donnerstag macht. Die 45-Jährige hat sieben Kinder. Fünf davon leben in ihrem Haushalt. Zwei besuchen die Grundschule „Geschwister Scholl“ in der Dessauer Mauerstraße. Im Laufe der Jahre ist zwischen Wagner und der Schule ein ganz besonderes Verhältnis gewachsen, weshalb die Dessauerin schmiert. Immer donnerstags in der Küche der Grundschule. Denn donnerstags werden die 140 Grundschüler mit einem gesunden Frühstück versorgt. Seit drei Jahren ist das so. Und seit drei Jahren hilft Mutter Daniela nicht nur ihre eigenen Kinder, sondern auch deren Mitschüler mit gesunder Kost vertraut zu machen - ehrenamtlich. Ihr Dank sind lachende Kinderaugen und solche Bemerkungen wie von Schüler Luis: „Der Donnerstag ist mein Freund“.

Seit rund drei Jahren hat die Schule, die früher in der Bernburger Straße beheimatet war und seit geraumer Zeit in dem altehrwürdigen Gebäude der Mauerstraße residiert, einen Kooperationsvertrag mit der Dessauer Tafel. Abgeschlossen wurde dieser Vertrag, um den Kindern gesunde Lebensweisen nahe zu bringen, erinnert Schulleiterin Kerstin Wiench an die Tatsache, dass „viele Kinder ohne Frühstück zur Schule kommen“. „Wir wollten dagegen ein Zeichen setzen“, sagt Wiench, weil darüber hinaus zu beobachten sei, dass die Mehrzahl der Schützlinge viel lieber zu Weißbrot oder Kuchen greift und das leckere und gesunde Körner- oder Schwarzbrot verschmäht. Noch heute greifen Lehrer mitunter in die Trickkiste, um die Kinder beispielsweise für ein Quarkbrot zu gewinnen. Wer das isst, dem steht als Nachtisch etwas Süßes in Aussicht.

Am Donnerstagfrüh sortiert Schulassistent Henry Schulze eben diese Leckereien in Körbe mit unterschiedlichen Farben. Joghurtbecher finden darin ebenso Platz wie verpackte Kuchen. Nicht jeder kann das gleiche bekommen. Es wird so aufgeteilt, dass es gerecht zugeht, sagt Schulze, den die Kinder nicht selten Opa Schulze nennen. Das kommt nicht von ungefähr. Henry Schulze geht jeden Donnerstagmorgen Daniela Wagner beim Frühstückzubereiten zur Hand. Denn binnen einer Stunde muss ausgepackt, geputzt und mundgerecht geschnitten und zubereitet werden, was die Tafel für die Grundschüler zusammenstellte. Dazu gehört Körnerbrot, Schwarzbrot, Kräuterquark, Leberwurst, aber auch Paprika und Obst, das der Verein in Verkaufseinrichtungen gesammelt hat, weil nicht weggeschmissen werden soll, was durchaus genießbar ist.

Übrigens Zufall oder nicht. Ihr ehrenamtliches Engagement in der Grundschule verhilft Daniela Wagner jetzt zu einem Job. Ab dem 1. Juni gibt die 45-Jährige täglich das Mittagessen für die Knirpse aus. Trotzdem alledem bleibt das donnerstägliche Schnittenschmieren. „Versprochen“, sagt sie.