Dessau

Dessau: Anonyme Rechte verhüllen Alten Dessauer

Dessau - Selbst ernannte „Patrioten“ haben in Dessau das Denkmal von Fürst Leopold auf dem Dessauer Schloßplatz mit einer Augenbinde versehen und ihm das Schild „Blind in den Untergang“ umgehängt. Die anonymen Initiatoren sehen die Aktion nach eigenen Angaben als „politisches Kunstprojekt“ - und als Protest gegen die aktuelle Politik der Bundesregierung. Die Schilder sind Teil einer bundesweiten Aktion. Diese sind in den vergangenen Tagen auch in Dresden, Görlitz, Saarbrücken, Leipzig und Rostock ...

13.06.2016, 09:29

Selbst ernannte „Patrioten“ haben in Dessau das Denkmal von Fürst Leopold auf dem Dessauer Schloßplatz mit einer Augenbinde versehen und ihm das Schild „Blind in den Untergang“ umgehängt. Die anonymen Initiatoren sehen die Aktion nach eigenen Angaben als „politisches Kunstprojekt“ - und als Protest gegen die aktuelle Politik der Bundesregierung. Die Schilder sind Teil einer bundesweiten Aktion. Diese sind in den vergangenen Tagen auch in Dresden, Görlitz, Saarbrücken, Leipzig und Rostock aufgetaucht.

„Blind in den Untergang“

In Dessau wurden parallel zur Denkmal-Aktion eine Internet-Seite und eine Facebook-Seite mit dem Titel „Wirklichkeit Anhalt “ freigeschaltet. Wer sich dahinter verbirgt, ist offen: Ein Impressum gibt es nicht. Nur eine Kontakt-E-Mail-Adresse wird genannt.

Die Aktion „Blind in den Untergang“ wurde von der Initiative „Ein Prozent für unser Land“ gestartet, die wiederum vom rechten „Institut für Staatspolitik“ von Götz Kubitschek unterstützt wird. Auf der Webseite der Initiative stehen aber auch der Autor Jürgen Elsässer und der sachsen-anhaltische AfD-Landtagsabgeordnete Hans-Thomas Tillschneider als Förderer.

Initiative gegen Einwanderungspolitik

Die Initiative wendet sich nach eigenen Angaben gegen die Einwanderungspolitik der Bundesregierung und hatte zuletzt eine Verfassungsbeschwerde gestartet - mit dem Ziel, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Sigmar Gabriel des Amtes zu suspendieren und des Amtes zu entheben.

„40 Gruppen, 40 Städte“

Auf der Webseite „Ein Prozent für unser Land“ wurde die Aktion „Heimat im Blindflug“ angekündigt - als Projekt „40 Gruppen, 40 Städte“. Es sei im Vorfeld darauf verzichtet worden, „die präzise geplante Aktion öffentlich zu machen, um den Überraschungseffekt und Schutz der Aktivisten zu gewährleisten“. Das Foto der Dessauer Aktion wurde vom Twitter-Account „einprozent.de“ weiterverbreitet.

Kubitschek war im Mai schon einmal in Dessau zu Gast. Der Mann, der als rechter Vordenker gilt, hatte im Obstmustergarten an einer Lesung von Akif Pirincci teilgenommen. Der Autor hatte in Dessau sein neues Buch die „Umvolkung: Wie die Deutschen still und leise ausgetauscht werden“ vorgestellt. (mz/sb)