Corona-Parteitag der AfD ohne Folgen

Corona-Parteitag der AfD ohne Folgen: Mrosek: In Dessau hat keine wilde Horde getagt

Dessau-rosslau - Die nicht eingehaltenen Hygiene- und Abstandsregeln auf dem Zeltparteitag in Dessau werden für die AfD keine direkten Konsequenzen haben. Das wurde nach der Sitzung des Pandemiestabes der Stadtverwaltung deutlich. Man werde aber noch einmal Kontakt zum Veranstalter aufnehmen, um ihn für die Problematik zu sensibilisieren, sagte Stadtsprecher Carsten ...

25.09.2020, 07:12

Die nicht eingehaltenen Hygiene- und Abstandsregeln auf dem Zeltparteitag in Dessau werden für die AfD keine direkten Konsequenzen haben. Das wurde nach der Sitzung des Pandemiestabes der Stadtverwaltung deutlich. Man werde aber noch einmal Kontakt zum Veranstalter aufnehmen, um ihn für die Problematik zu sensibilisieren, sagte Stadtsprecher Carsten Sauer.

Die Stadtverwaltung erinnerte noch einmal daran, dass der Parteitag nicht öffentlich war - und eigentlich ohne extra Hygienekonzept hätte stattfinden dürfen. Die AfD hatte trotzdem eines vorgelegt. Sauer deutete an, dass es schwierig sei, gegen ein nicht komplett eingehaltenes, aber eben auch nicht notwendiges Konzept vorzugehen. Auch die nicht vorhandenen Mund-Nasen-Schutze bei den AfD-Mitgliedern in dem zu einer Seite offenen Parteitagszelt sind nicht zu bestrafen. Sachsen-Anhalts CDU-Ministerpräsident Reiner Haseloff hatte vor einigen Wochen Masken-Bußgelder abgelehnt. Weil sich im Land alle daran halten.

An dem AfD-Parteitag hatten über 550 Mitglieder teilgenommen. „Das, was das Foto zeigt, war ja nicht der Dauerzustand auf dem Parteitag. Als ob man auf eine solche Szene gewartet hätte“, kritisierte Andreas Mrosek, Dessauer Bundestagsabgeordneter der AfD und Organisator des Parteitages, das Foto. „Hier soll vorsätzlich der Eindruck verbreitet werden, hier hätte in Dessau eine wilde Horde getagt.“

Mrosek verwies auf das 750 Quadratmeter große Parteitagszelt - und ein Foto, das die Bestuhlung am Sonntagmorgen zeigte. „Die Abstände haben gestimmt. Es gab separate Ein- und Ausgänge und extra Wege zu den Toiletten.“ Man habe viele Maßnahmen ergriffen. Es hätten auch 400 Mund-Nasen-Schutze bereit gelegen. Mrosek räumte aber ein, dass da kaum ein Mitglied zugegriffen habe. Und was war nun mit den Abständen? Dass nach einer gewonnen Wahl mal zusammen gejubelt und sich gratuliert werde, so Mrosek, das sei normal.

„Es ist generell schwierig, derzeit größere Veranstaltungen zu organisieren“, gab Mrosek zu und wies auf die für ihn „widersprüchliche“ achte Corona-Eindämmungsverordnung des Landes hin. Parteitage seien dort auf 500 Teilnehmer begrenzt, Aufstellungsversammlungen auf 1.000. „Das versteht doch keiner.“ (mz/sb)