Neues Prozedere

Corona-Auffrischung - Dessau-Roßlau steht vor dem Start der dritten Schutzimpfung

Von Annette Gens
Eine Corona-Schutzimpung wird vorbereitet.
Eine Corona-Schutzimpung wird vorbereitet. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Dessau-Rosslau/MZ - Es ist organisatorisch noch nicht alles komplett in „Sack und Tüten“. Doch es gibt ein Ziel: „Wir werden spätestens Mitte dieser Woche mit den Auffrischungsimpfungen beginnen.“ Das kündigte Dessau-Roßlaus Sozialdezernent und Vorsitzender des Pandemiestabs, Jens Krause, auf MZ-Nachfrage an.

Für die Kampagne habe es Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung gegeben, die daraufhin bei den Dessau-Roßlauer Hausärzten nachgefragt hat, wer in welchem Pflegeheim für die Durchführung von Drittimpfungen zur Verfügung stehe. Fest steht darüber hinaus: Zusätzlich zu den Hausärzten werden zwei Impfteams in der Doppelstadt mit den Drittimpfungen in Pflege- und Altenheimen beginnen. Geimpft wird mit Biontech/Pfizer oder Johnson&Johnson. Dessau-Roßlau verfügt außerdem noch über Bestände an Astrazeneca.

Dessau-Roßlau liegt in Sachen Impfquote für Halle und Magdeburg

Seit dem landesweiten Impfstart Ende vergangenen Jahres in Dessau wurden mit Unterstützung mobiler Teams und später im Impfzentrum in der Anhalt-Arena mit Stichtag 27. August 59.396 Menschen gegen das Corona-Virus geimpft. 65 Prozent dieser Personen haben inzwischen eine Zweitimpfung erhalten, ist Jens Krause zufrieden mit diesem Ergebnis. Damit ist Dessau-Roßlau vor Halle (60,39 Prozent) und Magdeburg (58,63 Prozent) Spitzenreiter. „Doch es ginge noch mehr“, sagte Krause.

Dieser landesweite Impfstart liegt schon länger als ein halbes Jahr zurück. Am 27. Dezember 2020 wurden die ersten Dessau-Roßlauer gegen das Corona-Virus geimpft. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident war damals zur Erstimpfung im Marthahaus im Dessauer Süden dabei. In den folgenden Wochen erhielten - je nach Impfstofflage - über 1.000 Bewohner von Alten- und Pflegeheimen die erste Schutzimpfung. Geimpft wurden teils parallel Hunderte Mitarbeiter in Heimen und im Städtischen Klinikum.

Anders als beim generellen Impfstart werden sich die 80-Jährigen, die Zuhause wohnen, dieses Mal selbst um eine Impfung beim Hausarzt bemühen müssen. Die Stadt wird an sie keine Briefe versenden, verweist Krause auf eine andere Situation. Damals war der Impfstoff knapp. Es gab eine Prioritätenliste. Die Situation hat sich gewendet.

Zuerst sollen Bewohner und Beschäftigte von Pflegeeinrichtungen ein drittes Mal geimpft werden

Impfberechtigt für eine Drittimpfung sind zum Beispiel Bewohner und Beschäftigte von Pflegeeinrichtungen, hochbetagte und Menschen mit Immunschwäche oder Menschen, die als Erstimpfung einen Vektorimpfstoff erhalten haben (Astrazeneca, Johnson&Johnson). Allgemein gilt, dass die letzte Impfung mindestens sechs Monate zurückliegen muss. Warum das Angebot zunächst für ältere Personen ist, hat mit den bisherigen Erkenntnissen zur Wirkung der Corona-Impfung zu tun: Bei den Hochbetagten und anderen Risikopatienten lasse die Immunantwort schneller nach als bei Jüngeren, sagen Experten.

Wie viel Zeit Hausärzte und Impfteams benötigen, um alle Berechtigten zum dritten Mal zu impfen, ist nicht bekannt. Nur soviel: Die Stadt rechnet damit, dass die Impfaktion über etliche Wochen andauern wird. Am 24. September wird das Impfzentrum in der Anhalt-Arena die letzten Impfungen durchführen und danach abgebaut. Die mobilen Impfteams erhalten dann eine neue Bleibe bei der Berufsfeuerwehr und stehen weiterhin zur Verfügung.