Drei Umleitungsstrecken geplant

Baustelle in Dessau: Bauarbeiten an der Kavalierstraße starten Ende Juli

Dessau - Ende Juli beginnen die Baumaßnahmen und wird die Straße für anderthalb Jahre gesperrt. Drei Umleitungsstrecken werden eingerichtet.

Von Sylke Kaufhold

Ab Ende Juli unterzieht sich Dessaus Herz, die Kavalierstraße, einer Groß-OP. Was einen anderthalbjährigen Aufenthalt auf der Intensivstation, sprich die Vollsperrung bis Dezember 2018, notwendig macht. Die Beeinträchtigungen werden alle spüren, ganz besonders aber die Anwohner und anliegende Gewerbetreibende.

Um die Einschränkungen für sie so gering wie möglich zu halten, hatten Stadtverwaltung und Projektbetreuer am Donnerstag zu einer Informationsveranstaltung geladen. Projektsteuerer Steffen Jähne und Falk Säbel, Planungsleiter im Tiefbauamt, informierten über Bauablauf und Verkehrsführung und beantworteten Fragen.

Warum können die Bauabschnitte noch nicht terminlich definiert werden?

„Weil wir der Baufirma noch keinen Auftrag erteilt haben“, erklärt Falk Säbel. Die Ausschreibung sei erfolgt, „jetzt warten wir, ob Einsprüche kommen“. Passiert das nicht, wird der Auftrag erteilt. Das soll Anfang Juli passieren. „Dann hat die Firma Zeit, bis Ende Juli einen Bauablaufplan vorzulegen und dann können wir Termine nennen“.

Vor dem Baubeginn ist vieles vorzubereiten. Wie gestalten sich diese Arbeiten?

Nach dem Leopoldsfest werden wir vor dem Rathauscenter anfangen zurückzubauen und dabei auch die Fahrradständer dort wegnehmen. Sie werden voraussichtlich in der Ratsgasse aufgebaut.

„Am Montag beginnen die Ertüchtigungsarbeiten auf den Umleitungsstrecken, so in der Bitterfelder Straße und Elisabethstraße“, informiert Steffen Jähne. Diese Arbeiten dauern bis 29. Juli. Die Umleitungen werden ab Mitte Juli eingerichtet. Das dauert etwa zwei Wochen.

Wie wird der Verkehr geleitet?

Es wird drei Umleitungsstrecken geben. Eine weitläufige über die Tangenten für den Nord-Süd-Fernverkehr. Die mittlere Umleitungsstrecke führt über die Wolfgangstraße, Bitterfelder Straße, Elisabethstraße, Amalienstraße zur Askanischen Straße. Die engste Umfahrung der Baustelle ist über die Willy-Lohmann-Straße und Friedrichstraße auf die Kavalierstraße möglich.

Wie kommen Fußgänger und Radfahrer über die Baustelle?

Die fußläufige Erreichbarkeit ist jederzeit gegeben. Auch Radfahrer können zu jeder Zeit den Baustellenbereich passieren. Es wird drei Querungsstellen geben, um von einer auf die andere Straßenseite zu kommen. Auch die Geschäfte sind jederzeit erreichbar.

„Dafür haben wir 30 kleine Schilder, die zu den Geschäften führen und am Bauzaun angebracht werden“, erklärt Jähne. Er macht deutlich, dass jederzeit individuelle situationsbezogene Absprachen mit den Gewerbetreibenden erfolgen werden.

Was wird mit dem Öffentlichen Nahverkehr?

Die Straßenbahn wird einspurig auf einem provisorischen Gleis über die Baustelle fahren. Der Bau des Gleises sowie das Entfernen der Schienen werden die ersten Arbeiten im ersten Bauabschnitt sein. Die Busse werden über die Zerbster Straße umgeleitet und dort an den bekannten Haltestellen halten.

Wie werden die Bürger während der Bauarbeiten informiert?

Es wird ein Infopunkt an der Baustelle eingerichtet, wo einmal in der Woche eine Bürgersprechstunde stattfindet. Monatlich ist ein Vor-Ort-Dialog mit den Gewerbetreibenden geplant, es werden Flyer - den Bauabschnitten entsprechend - herausgegeben.

Mit den Gewerbetreibenden wollen sich die Projektleiter Ende August erneut treffen, um die ersten drei Wochen Baustellenalltag auszuwerten und Anregungen aufzunehmen.

Anregungen sind generell möglich per E-Mail an Kavalierstrasse@dessau-rosslau.de

(mz)

Mit einem Straßenfest soll die Baustelle am 19. August eröffnet werden. Über die gesamte Baulänge - von der Museumskreuzung bis zur Friedrichstraße - wird es von 11 bis 18 Uhr stimmungsvolle Unterhaltung geben. Auch die Anlieger werden das Fest mitgestalten.

Weitere Baustellenfeste sind in der Endspurtphase sowie zur Verkehrsfreigabe geplant. „Wir wollen zeigen, dass Baumaßnahmen auch Freude bringen können, und nicht nur Stress und Behinderungen bedeuten“, lädt Projektsteuerer Steffen Jähne ein.