Baden, wo der Kuckuck ruft

Baden, wo der Kuckuck ruft: Große Teile des Flussbades am Rehsumpf in Dessau sind fertig saniert

Dessau - Sechs, sieben, acht, neun. Die Fenster sind säuberlich mit kleinen Ziffern durchnummeriert. Um das Glas wurden Rahmen in dunklem Blau gestrichen, das Holz der Kabinenwände strahlt weiß. Wenige Meter vor dem langgezogenen Bau fließt die Mulde ...

Von Tim Fuhse

Sechs, sieben, acht, neun. Die Fenster sind säuberlich mit kleinen Ziffern durchnummeriert. Um das Glas wurden Rahmen in dunklem Blau gestrichen, das Holz der Kabinenwände strahlt weiß. Wenige Meter vor dem langgezogenen Bau fließt die Mulde entlang.

„Das ist unsere Schokoladenseite“, sagt Helga Sinner. Die Vorstandsfrau des Rehsumpf-Vereins ist sichtlich angetan. Die Flussbadeanstalt - deutschlandweit eine der ältesten - hat sich herausgeputzt. Der Kabinentrakt am Rehsumpf ist fertig saniert. Auch im angrenzenden Vereinsheim wurden Toiletten und Duschen hergerichtet, zudem eine Photovoltaik-Anlage installiert. Nun wird das Bad wieder eröffnet. Am Mittwoch hat die Stadt das Gelände an den Verein übergeben. Mit Anfang Juni übernimmt dieser hier offiziell das Ruder.

„Wir sind jetzt Pächter mit allen Rechten und Pflichten“, sagt Sinner. Die Umkleidekabinen zu verwalten, gehört dazu. Nur noch etwa 20 Stück seien frei. Rund 40 Kabinen habe der Verein hingegen bereits vermietet - das Bad wird gut angenommen. „Es ist ein wunderschönes Gelände“, sagt Sinner. „Die Vögel zwitschern, der Kuckuck ruft. Es ist wirklich Natur pur.“

Mit dem Anglerverein, der die umliegenden Gewässer pachtet, wurde eine Nutzungsvereinbarung geschlossen

Die Bauten auf diesem naturbelassenen Gelände waren durch das Hochwasser von 2013 stark beschädigt worden. Im vergangenen Jahr hatte zudem ein Unwetter Spuren hinterlassen. Seit Frühjahr wurden diese dann beseitigt, das Flussbad hergerichtet. Dafür konnte die Stadt rund 500.000 Euro aus dem Hochwassersfonds des Landes nutzen. Der Verein hat zudem etwa 150.000 Euro eingeworben.

Und auch bei den Gewässern selbst sind die rechtlichen Fragen geklärt. Mit dem Anglerverein, der diese pachtet, wurde eine Nutzungsvereinbarung geschlossen. Somit wird der Rehsumpf früher freigegeben, als Anfang des Jahres noch gedacht. „Der kann ab sofort bebadet werden“, bestätigt Sinner. Auch die Mulde sei eine öffentliche Badestelle, die man auf eigene Gefahr nutzen könne. So man es denn schafft. „Jetzt kommt man schlecht an die Mulde ran“, schildert Sinner.

Deshalb soll hier in Zukunft noch ein Steg errichtet werden. Auch am Vereinsheim gibt es einiges zu tun, eine Sommerkegelbahn und ein Biergarten sind angedacht. Und nicht zuletzt wird in den kommenden Wochen auch das ikonische Junkers-Badehaus hergerichtet. (mz)

Am Mittwoch, den 26. Juni, veranstaltet der Verein eine Eröffnungsfeier. Los geht’s ab 16 Uhr.