Andrang bei Rückkehrertag

Andrang bei Rückkehrertag : 300 Interessierte im Stadtwerke-Saal - Alte Heimat lockt

Dessau - An den meisten Messeständen bleibt Doreen Steinhauer stehen und ist schnell in einem lebhaften Gespräch mit den Unternehmensvertretern. Die 44-Jährige besucht am Donnerstag die Jobmesse für Rückkehrer im DVV-Saal. Und ist begeistert. „Man kann die Leute persönlich sprechen und bleibt vielleicht sogar in Erinnerung“, sagt ...

Von Sylke Kaufhold 28.12.2018, 10:47

An den meisten Messeständen bleibt Doreen Steinhauer stehen und ist schnell in einem lebhaften Gespräch mit den Unternehmensvertretern. Die 44-Jährige besucht am Donnerstag die Jobmesse für Rückkehrer im DVV-Saal. Und ist begeistert. „Man kann die Leute persönlich sprechen und bleibt vielleicht sogar in Erinnerung“, sagt sie.

Eine ganz frische Rückkehrerin ist Doreen Steinhauer nicht. Einige Jahre sei sie schon wieder hier, aber den passenden Job habe sie noch nicht gefunden. BWL und Tourismuswirtschaft hat sie studiert, war einige Jahre in Thailand tätig. Festlegen will sich Steinhauer nicht. „Ich bin für alles offen“, weiß sie und wendet sich dem nächsten Gesprächspartner zu.

30 Dessau-Roßlauer Unternehmen haben sich im Stadtwerkesaal präsentiert

30 Dessau-Roßlauer Unternehmen stellten sich im Stadtwerkesaal vor und hatten zumeist auch konkrete Stellenangebote mitgebracht. „Wir sind positiv überrascht, mit einer solch großen Resonanz hätten wir nie gerechnet“, sagen Dorit Hantusch und Jörg Dommert von der Dessauer Schaltschrank- und Gehäusetechnik GmbH.

Etliche Namen Interessierter hatten die beiden bereits notiert. Sowohl im gewerblichen als auch im kaufmännischen Bereich lägen die Nachfragen, sagt Dorit Hantusch. Auch die Unternehmensvertreter halten diese Veranstaltungsform für sehr geeignet. „Die Leute erfahren Wichtiges, erste Fragen können beantwortet werden und man hat beiderseitig einen persönlichen Eindruck“, so Jörg Dommert.

Viele Gespräche auf der Suche nach einem beruflichen Neustart

Viele Gespräche hat auch Anja Baier geführt. Sie ist gemeinsam mit ihrem Mann auf die Messe gekommen, um für sich selbst einen beruflichen Neustart zu finden. Bei Marco Baier hat das bereits im Oktober geklappt. Er ist einer der ersten Mitarbeiter der jungen Firma HNF-Nicolai, einem Hersteller von Elektrofahrrädern in Thalheim. Das Paar lebte sechs Jahre in Leipzig. In Dessau, wo die Familie von Marco Baier und auch viele Freunde wohnen, erfüllten sie sich den Traum vom Eigenheim.

„In Leipzig ist das viel ungünstiger“, wissen beide. Noch pendelt Anja Baier täglich in die Metropole. Aber für die Dauer sei das keine Option für sie. „Es geht so viel wertvolle Zeit durch das Fahren verloren.“ Die 37-Jährige, die Wirtschaftsingenieurwesen in Köthen studierte, freut sich insbesondere über die direkte Kontaktmöglichkeit zu den Firmen. „Es ist schön, dass auch Dessau diese Rückkehrermesse jetzt macht.“

Klinikum konnte beim Rückkehrertag 2017 drei Mitarbeiter gewinnen

Das Städtische Klinikum Dessau hatte sich auch im vorigen Jahr zur Premierenveranstaltung präsentiert. Mit Erfolg. Drei neue Mitarbeiterinnen im Pflegebereich konnte Personalleiterin Carola Ermes im Ergebnis dessen begrüßen. Auch in diesem Jahr sei das Interesse wieder recht groß, berichtet sie. Allerdings mehr für Verwaltung und Technik. Auch in der Firma Octapharma und beim Saarländischen Schwesternverband hatten sich in Folge des ersten Rückkehrertages ein oder mehrere Einstellungen ergeben.

Carina Knie-Nürnberg, Geschäftsführerin der Arbeitsagentur Dessau-Roßlau-Wittenberg, sieht diese Messe vor allem unter dem Aspekt der Perspektiven für das Leben hier, die dabei aufgezeigt würden. „Wir haben engagierte Arbeitgeber hier und interessante Arbeitnehmer, die wir zusammenbringen wollen.“

Knapp 300 Besucher zählten die Organisatoren am Ende. „Das sind ähnlich viele wie im vorigen Jahr“, sagt Saskia Lange von der Stadtmarketinggesellschaft Dessau-Roßlau. Auch die Unternehmensvertreter äußerten sich zufrieden mit dem Tag. Die Besucher seien gezielt gekommen und gut vorbereitet gewesen. Viele hatten Unterlagen dabei.

Die IHK informierte zum Thema Unternehmens-Nachfolge. „Auch da gab es viele und gute Gespräche“, freut sich Saskia Lange, „so dass wir das im nächsten Jahr weiterführen werden.“ (mz)