11. Leopoldsfest in Dessau

11. Leopoldsfest in Dessau: Mit lautem Knall geht’s los

Dessau - „Kerls, gebt zu Ehren unseres Hauses Feuer!“ - Kaum ist das Kommando von Fürst Leopold I. (Klaus Brucker) verhallt, lassen es nicht nur die Langen Kerls knallen, auch andere militärhistorische Gruppen. Laut - zum mittlerweile elften Mal - wird das Leopoldsfest eröffnet. Das feiert in diesem Jahr den 340. Geburtstag des Fürsten. „Ich freue mich, wieder bei Euch zu sein“, lässt der seine Untertanen wissen. Und die geben ...

Von Heidi Thiemann

„Kerls, gebt zu Ehren unseres Hauses Feuer!“ - Kaum ist das Kommando von Fürst Leopold I. (Klaus Brucker) verhallt, lassen es nicht nur die Langen Kerls knallen, auch andere militärhistorische Gruppen. Laut - zum mittlerweile elften Mal - wird das Leopoldsfest eröffnet. Das feiert in diesem Jahr den 340. Geburtstag des Fürsten. „Ich freue mich, wieder bei Euch zu sein“, lässt der seine Untertanen wissen. Und die geben Applaus.

Der alte Fritz ist da

Nicht nur dem Fürsten, sondern auch der Prominenz, die sich auf der Bühne am Marktplatz die Ehre gibt. Der alte Fritz ist da, wie auch zwei Nachfahren von Leopold höchstselbst: Eduard von Anhalt und Carl Ludwig Fuchs. Das Dessau-Roßlauer Stadtoberhaupt Peter Kuras, viele Sponsoren und Unterstützer des Festes sowie Leopolds Hofstaat stoßen mit einem Glas Festbier auf drei Tage des Frohsinns an. Dessen Motto freilich lautet: „So leben wir alle Tage“. Da wird der Dessauer Marsch so manches Mal geblasen. Doch richtig los gehen kann alles erst, nachdem Kuras Zweierlei losgeworden ist: Den Rathausschlüssel und die Stadtkasse. Die herauszugeben, falle ihm relativ leicht, lacht der Oberbürgermeister, denn „im Rathaus ist eh keiner und die Stadtkasse ist leer“.

Doch die Eröffnung verläuft dieses Mal im Galopp. Der Fürst und die Seinen sind gefragt im Stadtpark, wo ein Fernsehteam des MDR auf sie wartet. Schließlich soll zur besten Sendezeit aus Dessau berichtet werden. Und als die Herrschaften schnell in den Park eilen, nehmen auch viele Festbesucher die Einladung mit an. Und erleben dort ihr blaues Wunder, denn schon befindet sich manch hochgewachsener Mann in den Fängen der Langen Kerls. Die brauchen Nachwuchs und schwärmen zum Rekrutieren aus - zum Spaß für die umstehenden Besucher.

Spaß soll auch das Programm an den insgesamt drei Tagen bringen. Auf dem Marktplatz, in und an der Marienkirche, vor dem Schloss , in der Ratsgasse und im Stadtpark warten allerlei Kurzweil auf die Besucher: Zwischen Rock und Barock.

Fürst Leopold steht am Sonnabend im Mittelpunkt

Doch nicht nur Fürst Leopold steht am Sonnabend im Mittelpunkt, auch König Fußball. Weshalb es kurzerhand eine Programmänderung gibt. „Die Serenade im Stadtpark ist hiermit befohlen auf 20 Uhr“, lässt der Fürst wissen, damit Zeit bleibe für alle fußballbegeisterten Besucher wie auch Mitwirkenden, das EM-Spiel der Deutschen gegen Italien noch rechtzeitig zu schauen. Im Rathausinnenhof wird eingeladen zum Public Viewing. Und wie stehen die Chancen der Deutschen? „1706“, deutet Leopold vielsagend an. „Italien hat gegen die Franzosen gewonnen. Man kann aber auch in Frankreich gegen Italiener gewinnen.“ Na dann, auf geht's. (mz)