Durch Pandemie ausgebremst

Wieder zusammen singen: Chor Spören bereitet Konzert zum 30-jährigen Bestehen vor

Die Pandemie hat Spuren hinterlassen, aber die Sangesfreude ist ungebrochen.

Von Andrea Dittmar
In Spören wird es am 18. September wieder ein ?Singen am Berg? geben - zur Feier des 30-jährigen Chorjubiläums.
In Spören wird es am 18. September wieder ein ?Singen am Berg? geben - zur Feier des 30-jährigen Chorjubiläums. (Foto: André Kehrer)

Spören/MZ - Aus den Kinderschuhen herausgewachsen, mit einem festen Platz im Leben - das gilt auch für den Chor Spören, der in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert. Und das wollen die 33 Mitsängerinnen und Mitsänger im September mit einer Neuauflage vom „Singen am Berg“ feiern.

Einiges ist in den Jahren konstant geblieben. Chorleiterin damals wie heute ist Ursula Ulrich. Die Spörenerin hat schon ihr ganzes Leben Musik im Blut und steht jeden Mittwoch vor den Sängern. „Manchmal wundere ich mich selbst, wo die Zeit hin ist“, sagt sie. Für den Chor musste auch Privates manches Mal zurückstehen.

Der gemischte Chor hat sich in den Jahren gewandelt - mittlerweile sind es nicht nur Prussendorfer und Spörener

Ein genaues Gründungsdatum für den Spörener Chor gibt es indes nicht. Durch den Austausch mit dem Ort Döhren im Harz wurde die Idee vorangetrieben, auch in Spören einen Chor zu gründen. „Wir haben uns auch oft gegenseitig besucht und zusammen Konzerte gegeben“, erinnert sich Ulrich. Das sei in jüngster Vergangenheit ein wenig eingeschlafen, bedauert sie.

Der gemischte Chor hat sich in den Jahren gewandelt - mittlerweile sind es nicht nur Prussendorfer und Spörener. Auch aus Zörbig, Bitterfeld und Löberitz kommen Sangesfreunde. Mit dem Männerchor Göttnitz bildet der Chor eine Einheit. Sie alle verbindet der Spaß am Singen.

„Die Freude muss da sein“

Wenige können Noten lesen, aber auch damit kann die gelernte Musiklehrerin Ursula Ulrich arbeiten. „Die Freude muss da sein.“ Lange hat die Spörenerin an der Bitterfelder Musikschule „Gottfried Kirchhoff“ unterrichtet und zu Konzerten in Spören junge Talente spielen lassen. „Das war eine gute Mischung.“ Die Liebe zur Musik hat sie an ihre Töchtern weitergegeben - eine ist für den Chor als Klavierbegleitung aktiv.

2011 konnte das Jubiläumskonzert mit dem Döhrener Chor gefeiert werden.
2011 konnte das Jubiläumskonzert mit dem Döhrener Chor gefeiert werden.
(Foto: Kehrer)

Doch auch für den gemischten Chor waren die vergangenen Monate nicht einfach. Durch die Corona-Pandemie war gemeinsames Singen lange Zeit nicht möglich. Deswegen gab es in diesem Jahr zum ersten Mal einen Probentag am 31. Juli. „Sonst machen wir immer eine Sommerpause“, erklärt die Chorvorsitzende Henrike Haeusler. Mit einer Chatgruppe sei man in Kontakt geblieben, aber Üben zu Hause sei schwierig.

„Unser Repertoire reicht von Volksliedern über Klassik bis in die Moderne. Wir haben auch Lieder von Udo Jürgens, Peter Maffay und Rolf Zuckowski“

Nun machen sich die Sängerinnen und Sänger daran, zehn Lieder für das Konzert im September einzuüben. „Unser Repertoire reicht von Volksliedern über Klassik bis in die Moderne. Wir haben auch Lieder von Udo Jürgens, Peter Maffay und Rolf Zuckowski“, zählt Ursula Ulrich auf. Chormitglieder äußern immer wieder Wünsche. Neben der musikalischen Vielfalt zeichnet auch die Kleidung den Chor aus: die Männer tragen Anzug, die Frauen schmücken sich mit roten Tüchern. „Die Mehrheit fand das toll. Es peppt auf“, findet die Chorleiterin.

Auch für die Chormitglieder ist der Mittwoch, wenn sich alle im Bürgerhaus treffen, ein fester Termin. „Es ist eine tolle Gemeinschaft, man kommt aus dem Alltag raus“, sagt Gabriele Herrmann, die als Kind sogar bei Ursula Ulrich Musikschulunterricht hatte.

Auch Christa Mühlbauer hat sich vor sieben Jahren aktiv für den Spörener Chor entschieden. „Ich habe sie bei einem Konzert gehört und war begeistert.“ Mittlerweile haben beide Frauen einen dicken Hefter, den sie nun in die Hand nehmen, während Ursula Ulrich den ersten Ton anstimmt.