Streit Streit: Roitzsch hat jetzt eine der großen Schulen
Roitzsch/MZ. - Für die Mädchen und Jungen der Sekundarstufe aus Brehna und aus Roitzsch beginnt dieses Schuljahr anders als gewohnt. Die Schulstandorte haben sich geändert.
Das Verwaltungsgericht hat den ewigen Streit zwischen beiden Kommunen der Verwaltungsgemeinschaft "Am Strengbach" beendet und entschieden: Die Sekundarschule steht in Roitzsch.
Das heißt, die Brehnaer mussten umziehen. Der Fahrplan für den Schülerverkehr steht fest, Wartezeiten soll es kaum geben. Neue Klassen sind gebildet worden, die Schüler müssen sich neu zusammenfinden. Die Lehrer stehen vor der selben Aufgabe. Und Bürgermeister Wolfgang Biedermann (Brehna) kann sich noch immer nicht mit der Tatsache anfreunden, dass es in seiner Stadt künftig nur noch die Grundschule geben wird.
"Wir wollen dafür werben, dass auch der hartnäckigste Zweifler sagt: ,Ja, das ist die richtige Entscheidung'", sagt hingegen der stellvertretende Landrat Gerd Raschpichler während eines Rundganges durch die Roitzscher Diesterweg-Schule, ein denkmalgeschütztes Bauhaus-Gebäude.
Rund 10 000 Euro hat der Landkreis in den vergangenen Wochen investiert, damit der Bereich, in dem sich bislang die Grundschule befand, gemalert und entsprechend eingerichtet werden konnte.
Ein langfristiges Investitionsprogramm, erklärt Reinhart Thiel, zuständig für das Gebäudemanagement des Landkreises, ist aufgelegt. So soll nächstes Jahr die Dachsanierung vonstatten gehen.
Auch der Zugang zur Turnhalle, die nach dem Unterricht öffentlich genutzt wird, muss so angelegt werden, dass niemand im Schulhaus auf Entdeckungstour gehen kann. Im Jahr darauf wird der Keller-Bereich trocken gelegt. Dann erfolgen Arbeiten im Haus, die inzwischen angefallen sind - so beispielsweise die Gestaltung der Lehrerzimmer.
Neuer Direktor der Schule ist Karl-Dietrich Schulz, bis jetzt Leiter der Schule "Am Nordpark" in Wolfen-Nord, die wegen Schülermangel geschlossen worden ist. Er plädiert vor dem Hintergrund der sinkenden Schülerzahlen dafür, "Sekundarschul-Unterricht so interessant zu machen, dass kein übermäßiger Run auf die Gymnasien einsetzt". Rund 15 Prozent der Schüler von Brehna und Roitzsch zieht es bisher jedes Jahr in diese höhere Bildungseinrichtung - weg aus der Sekundarschule. Aber: "Ist erst einmal ein Schulstandort zu, ist es sehr schwer, ihn irgendwann wieder zu eröffnen", darauf wies Raschpichler hin. Er plädierte zudem dafür, neue pädagogische Konzepte in den Blick zu nehmen. Unter anderem das Angebot Ganztagsschule, mit dem sich bereits das Team der Grundschule Roitzsch befasst hat.
Mit 495 Schülern und insgesamt 51 Pädagogen zählt die neue Sekundarschule Roitzsch, zu der auch noch die Außenstelle Holzweißig gehört (in einem Jahr lernen auch diese Schüler in Roitzsch) zu den großen Schulen im Landkreis.
Ab 21. August gibt es elf Sekundarschulen im Landkreis. Langfristig, so Raschpichler, werde es außerhalb von Bitterfeld und Wolfen nur vier geben - in Zörbig, Raguhn, Roitzsch und Muldenstein.