Experte antwortet

Pilze sammeln: Wie wird die Ausbeute für Sammler in diesem Jahr?

Wolfen - Pilzberater Niechziol verrät, wo Pilzesammler auf ihre Kosten kommen.

Ein Pilzsammler trägt einen Korb voller Maronen.
Ein Pilzsammler trägt einen Korb voller Maronen. dpa-Zentralbild

Pilz oder Pils? Dem einen sind die schmackhaften Früchte der Natur, dem anderen ist der Gerstensaft lieber. Gerhard Niechziols Wahl fällt ganz klar auf die facettenreichen Waldbewohner. Der Thalheimer gehört zu den Jägern und Sammlern - seitdem er denken kann. Die Pilze sind nicht nur seine große Leidenschaft, sondern eint Gleichgesinnte in der Fachgruppe Mykologie Wolfen. Das Geheimnis der „Schwammerl “ versuchen sie seit 30 Jahren zu lüften.

So lange sammeln sie und so lange beraten sie Pilzsucher. Ihr Einsatzort liegt praktisch vor der Haustür: in der Dübener Heide und in der Region drumherum. MZ-Redakteurin Sylvia Czajka sprach mit Pilzberater Gerhard Niechziol über Sachverstand, Aussehen der Pilze und über Schein und Sein.

30 Jahre Fachgruppe Mykologie, da ist so manch’ Nadel auf den Waldboden gefallen. Was lässt einen Niechziol als Pilzberater nimmermüde werden?

Niechziol: Ganz einfach: Es macht immer noch Freude. Die teile ich mit meinem Kollegen. Mittlerweile sind wir vier Fachberater. Ein Niechziol steht eben nicht allein. Elvira Hanke, Manfred Kottke und Helmut Bredlau machen das Kleeblatt komplett.

Saison für Saison werden Sie alle nimmermüde, zu informieren, zu beraten. Apropos Saison: Wie voll wird denn in diesem Jahr der Pilzteller?

Niechziol: Auf dem einen liegt mehr, auf dem anderen weniger.

Wie ist das zu verstehen?

Niechziol: Das Wetter sorgt für die Ungleichbehandlung. Der Frühsommer war nicht berauschend. Der Regen fiel an einem Ort stärker, an anderen war es rascheltrocken. Da braucht man nicht viel Fachwissen, um einzuschätzen, wo wohl mehr Pilze sprießen.

Mal unter uns gesagt: schon irgendeine Info aus verborgenen Pilzkreisen?

Niechziol: Nun ja. Aus dem Fläming habe ich gehört, - natürlich nur unter uns - es gibt Maronen ohne Ende.

Was kommt eigentlich bei Ihnen auf den Teller?

Niechziol: Es gibt ja Tausende verschiedener Pilzarten. Wenn ich es mir wünschen würde: der flockenstielige Hexenröhrling. Sehr lecker. Doch Wünsch-dir-was ist eben nicht immer.

Und wie werden die Waldfrüchte bei Ihnen zubereitet?

Niechziol: Klassisch. Zwiebeln, Speck, wenn’s geht mehr Pilze. Dazu eine Butterstulle. Das schmeckt.

Bloß: Wie bekommt man die Pilze auf den Teller und wie unterscheidet man essbare von giftigen Pilzen? Oft ist dabei ein Berater vonnöten. Und Sie sind ja einer. Wie erreiche ich Sie denn?

Niechziol: Sprechzeiten haben wir nicht. Ich bin zum Beispiel berufstätig. Es geht nur mit Terminvereinbarung. Wer uns kennenlernen will, der kann das gern am 2. und 3. Oktober im Dorfkrug in Reuden tun. Dort findet von 10 bis 17 Uhr die Pilzausstellung statt.

Und zum Schluss: Was wünscht man einem Pilzsammler vor der Suche?

Niechziol: Hals- und Beinbruch natürlich. (mz)