„Die Arbeit füllt mich aus“

Monika Köchel war einst Bufdi und gehört nun zum festen Team im Bitterfelder Kreismuseum

Als Bufdi fing die Roitzscherin im Bitterfelder Kreismuseum an, jetzt gehört sie mittlerweile zum kreativen „Inventar“.

Von Sylvia Czajka 04.12.2021, 14:00
Monika Köchel mag ihren Job. Das Kreismuseum Bitterfeld ist seit Jahren ihr zweites Zuhause.
Monika Köchel mag ihren Job. Das Kreismuseum Bitterfeld ist seit Jahren ihr zweites Zuhause. (Foto: André Kehrer)

Bitterfeld/MZ - Aus den Bufdi-Schuhen ist sie längst herausgewachsen. Wer das Kreismuseum in Bitterfeld betritt oder einfach mal durchklingelt, kann Monika Köchel begegnen oder hat sie am Telefon. Sie ist einfach immer da. Gibt Auskunft. Kümmert sich. Es ist jetzt mein Job, erzählt sie nicht ohne Stolz. Denn schließlich machte sie bereits 2014 als Bundesfreiwillige Bekanntschaft mit dem ehrwürdigen Haus am Marktplatz und durfte bleiben. „Was für ein großes Glück“, betont sie.

Hier am Ort der Geschichte kann sie ihrer Leidenschaft freien Lauf lassen. Die Begegnungen und die Gespräche mit den Menschen sind es, die ihr Freude bereiten. Ob Kind oder Rentner - all jene, die an die Museumstür klopfen, die wollen mehr wissen über die Region. Und da kennt sie sich aus.

Eigentlich hat die heute 56-Jährige in Görlitz Informationsverarbeitung studiert

Monika Köchel wuchs in Roitzsch auf und blieb. „Das ist meine Heimat“, sagt sie und wird es bleiben. Denn sie tauge nicht zur Weltenbummlerin. In Roitzsch kennt man sich, teilt Freude und Leid. Zuhause ist eben Zuhause. Das verlässt sie am Morgen, steigt in den Zug und ist ein paar Minuten später in Bitterfeld. Dann geht’s zu Fuß bis zum Markt. Die täglichen Schritte genießt sie. „Die halten mich fit.“

Wenn ihr jemand gesagt hätte, „du arbeitest eines Tages im Museum“, Monika Köchel hätte es wohl nicht geglaubt. Denn eigentlich hat die heute 56-Jährige in Görlitz Informationsverarbeitung studiert und legte in der Filmfabrik als Datenverarbeitungskauffrau in jungen Jahren los. Technik, das war genau ihr Ding. Aber der Mensch ändert sich eben, das musste sie erfahren.

„Die Arbeit füllt mich aus“, sagt sie

Und irgendwie nennt sie es gern eine glückliche Fügung. Die Kinder liegen ihr am Herzen. Schulklassen kommen oft zu Besuch ins Museum. Dann wird gebastelt, auch mal Bernstein geschliffen. Das mag sie sehr. Ansonsten ist sie dort, wo sie gebraucht wird. „Die Arbeit füllt mich aus“, sagt sie. „Sie ist sinnerfüllt.“

Dafür ist Monika Köchel dankbar. Auch dafür betet die Katholikin jeden Tag. Sie ist Pfarrgemeinderatsmitglied bei der Katholischen Pfarrei „Heilige Familie“, engagiert sich, ist mittendrin. Und das möchte sie auch noch lange sein. So Gott will. Was sie dazu benötigt, bringt sie gern in einem Wort auf den Punkt: „Gesundheit“. Die ist kostbar, sagt sie. Heute wohl mehr denn je. Und Gesundheit wünscht sie auch allen Besuchern zum Abschied, wenn sie das Haus der Geschichte in Bitterfeld wieder verlassen.