Mieter in Wolfen sparen Geld

Mieter in Wolfen sparen Geld: Strom kommt direkt vom Dach

Wolfen - nde 2017 haben die Stadtwerke Bitterfeld-Wolfen, ISM Energy und Hanwha Q-Cells erste sogenannte Mieterstrom-Anlagen auf Wohnhäusern der Wohnungsgenossenschaft Wolfen (WGW) realisiert. Auf insgesamt drei Mietshäusern in Wolfen sind entsprechende Solaranlagen installiert worden, berichtet der Solarmodulhersteller Hanwha Q-Cells.

16.01.2018, 06:00

Ende 2017 haben die Stadtwerke Bitterfeld-Wolfen, ISM Energy und Hanwha Q-Cells erste sogenannte Mieterstrom-Anlagen auf Wohnhäusern der Wohnungsgenossenschaft Wolfen (WGW) realisiert.

Auf insgesamt drei Mietshäusern in Wolfen sind entsprechende Solaranlagen installiert worden, berichtet der Solarmodulhersteller Hanwha Q-Cells.

100 Haushalte werden direkt mit Solarstrom versorgt

Die Mieter erhalten dabei sowohl den Solarstrom als auch den Reststrom von den Stadtwerken Bitterfeld-Wolfen. Die Solaranlagen von Hanwha Q-Cells werden pro Jahr rund 107 000 Kilowattstunden Solarenergie produzieren und knapp 100 Haushalte direkt mit Solarstrom versorgen.

Das sollen auch die Mieter preislich spüren können. „Neben dem Image-Gewinn erfahren unsere Immobilien durch die Solaranlagen eine Wertsteigerung und sind aufgrund der günstigeren Stromkosten für zukünftige Mieter besonders attraktiv“, freut sich die Chefin der WGW, Sabine Barth über die innovative Maßnahme.

Strom vom Dach ist ein neues attraktives Geschäftsfeld

Die Stadtwerke Bitterfeld-Wolfen sehen indes neue attraktive Geschäftsfelder im Bereich der Energiedienstleistungen, erläutert Geschäftsführer Christian Dubiel.

Mieterstrom kombiniert lokal erzeugten solaren Direktstrom und Netzstrom zu einem Stromprodukt für private und gewerbliche Endverbraucher.

Weitere Immobilien sollen Strom vom Dach bekommen

Im Vergleich zur reinen Netzlieferung müssen für den direkt verbrauchten Solarstromanteil keine Stromsteuer oder sonstige Abgaben und Netzentgelte bezahlt werden.

Stadtwerke, ISM und Q-Cells wollen auch in diesem Jahr zusammenarbeiten und weitere Immobilien anderer Wohnungsbaugesellschaften in der Region mit Solaranlagen bestücken.

Strom vom Dach: Auch Anlagen auf Neubauten geplant

„Zudem sind auch Mieterstromanlagen auf Neubauten geplant“, erklärt der Sprecher von Hanwha Q-Cells.

Die ISM Energy plante und baute die Anlagen, Eigentümer und Betreiber sind die Stadtwerke Bitterfeld-Wolfen. Die Solarmodule sind im Thalheimer „Zentrum für Technologie Innovation“ von Hanwha Q-Cells entwickelt worden.

Mieterstrom-Modell: Weniger Kosten für Mieter

Durch das im Juli 2017 in Kraft getretene Mieterstromgesetz können nun auch Mieter von der Energiewende profitieren. Beim Mieterstrom-Modell wird der auf dem Dach erzeugte Solarstrom direkt an die Mieter geliefert und damit vor Ort verbraucht.

Der Solarstrom ist dadurch deutlich günstiger als zum Beispiel in Kraftwerken erzeugter Netzstrom. Netzentgelte, Steuern und Abgaben entfallen nämlich.

Offen, wie viel Geld Mieter tatsächlich sparen

Zusätzlich wird jede Kilowattstunde Mieterstrom gefördert, das ist der sogenannte Mieterstromzuschlag. Was die Sonnenenergie nicht abdecken kann, wird durch die Stadtwerke aus dem öffentlichen Netz gedeckt.

Überschussstrom wird hingegen eingespeist und mit der Einspeisevergütung aus dem EEG-Gesetz abgerechnet. Nun müssen Erfahrungswerte zeigen, wie viel Geld die Mieter durch das Modell tatsächlich sparen. (mz)