Blitzbesuch an der Goitzsche

Kleine Leistungsschau - Bitterfelds Lebensretter beeindrucken Bundespräsident Steinmeier

Bundespräsident Steinmeier fährt in einem DLRG-Boot über die Goitzsche.
Bundespräsident Steinmeier fährt in einem DLRG-Boot über die Goitzsche. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentra

Bitterfeld/DPA/MZ/CF - - Von der Leistungsbereitschaft der sachsen-anhaltischen Landesgruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) hat sich am Montag an der Goitzsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD), Schirmherr der nach eigenen Worten weltgrößten Lebensrettungsgesellschaft, überzeugt. Vor allem, wie viel freie Zeit die Ehrenamtlichen dafür aufwenden, um ein so hohes Niveau zu erreichen, habe ihn beeindruckt, so Steinmeier.

„Die Unwetterkatastrophe hat uns vor Augen geführt, wie wichtig Hilfsorganisationen wie die DLRG sind und welche großartige Arbeit sie leisten. Daher möchte ich die Gelegenheit hier nutzen, im Namen aller Deutschen 'Danke' zu sagen“, erklärte Steinmeier.

„Wir hoffen, dass Fluten, wie wir sie jetzt erlebt haben, nicht zu häufig vorkommen“, führte Steinmeier weiter aus. Man könne es mit Blick auf den Klimawandel aber nicht ausschließen. „Deshalb brauchen wir Fähigkeiten. Vielleicht noch mehr Fähigkeiten in der Zukunft.“ Ein Augenmerk sei daher besonders auf den Nachwuchs zu legen, sagte Steinmeier. Die Mitgliederzahlen der Wasserrettung waren während der Pandemie um etwa vier Prozent zurückgegangen, wie ein Sprecher mitteilte.

Die Anhalt-Bitterfelder Lebensretter zeigten ihr Können.
Die Anhalt-Bitterfelder Lebensretter zeigten ihr Können.
Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentra

An und in der Goitzsche demonstrierten Mitglieder der DLRG, was sie in Sachen öffentliche Gefahrenabwehr, Katastrophenschutz sowie Wasserrettung und Hochwasserbekämpfung draufhaben.  DLRG-Präsident Achim Haag fasste das, was er gesehen hatte, zusammen: „Mir passt das Hemd nicht mehr vor lauter Stolz.“ Die Ortsgruppen, gerade auch  Bitterfeld-Wolfen, seien sehr aktiv. „Die mitteldeutschen Länder sind ja erst nach der Wiedervereinigung in Erscheinung getreten.“

Ortskräfte der Wasserrettung beklagten gegenüber Steinmeier die „leeren Seen“. Die Anzahl der Rettungsschwimmer reiche aktuell bei weitem nicht aus, um ausreichend Personal an den Badeseen vorzuhalten. Durch die Pandemie und die geschlossenen Schwimmbäder hätten zum einen weniger Rettungsschwimmer ausgebildet werden können. Außerdem konnte weniger Kindern und Jugendlichen das sichere Schwimmen beigebracht werden. Schwimmen müsse wieder zu einer grundlegenden Fähigkeit für Kinder erhoben werden, sagte Ute Vogt, Vizepräsidentin der DLRG.

Die DLRG ist nach eigener Aussage die größte Wasserrettungsorganisation der Welt. Sie bildet Rettungsschwimmer aus und bietet Schwimmkurse an. Laut DLRG hat sie über 22 Millionen Schwimmprüfungen und fast 5 Millionen Rettungsschwimmprüfungen abgenommen.