Katwarn in Anhalt-Bitterfeld

Katwarn in Anhalt-Bitterfeld: Landrat gibt Hoheit über Alarmmeldungen ab

Bitterfeld - Änderung beim Bevölkerungs-Warnsystem Katwarn des Landkreises Anhalt-Bitterfeld: Bei künftigen Gefahrenlagen, wie zum Beispiel Bränden, soll vor Ort der Einsatzleiter darüber entscheiden, ob die gefährdeten Menschen per Mobiltelefon gewarnt werden oder nicht. Das sagte Landrat Uwe Schulze (CDU) der MZ. „Entscheidend sind die Informationen vor Ort“, erklärte ...

Von Stefan Schröter

Änderung beim Bevölkerungs-Warnsystem Katwarn des Landkreises Anhalt-Bitterfeld: Bei künftigen Gefahrenlagen, wie zum Beispiel Bränden, soll vor Ort der Einsatzleiter darüber entscheiden, ob die gefährdeten Menschen per Mobiltelefon gewarnt werden oder nicht. Das sagte Landrat Uwe Schulze (CDU) der MZ. „Entscheidend sind die Informationen vor Ort“, erklärte er.

Einsatzleiter können künftig Katwarn-Alarm auslösen

Bislang liegt es final stets in der Hand des Landrats, Katwarn für gewisse Postleitzahlenbereiche auszulösen. Ist er verhindert, wird dessen Stellvertreter gefragt, danach ersatzweise der Leiter des Amtes für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungsdienst und anschließend wiederum dessen Stellvertreter.

„Dieser Weg muss dann im Ernstfall künftig nicht mehr abgearbeitet werden“, so Schulze. Stattdessen könne der Einsatzleiter künftig die Leitstelle beauftragen, dass sie direkt Katwarn auslöst. Für diese Neuregulierung wolle der Landrat „unverzüglich“ die Formalien ändern. Er betrachtet den Landkreis bei Katwarn lediglich als Dienstleister.

Kritik am Vorgehen bei den jüngsten Ereignissen im Chemiepark

Die Änderung ist eine Reaktion auf die jüngsten Ereignisse im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen. Nach dem Fehr-Brand gab es Kritik, dass die Bewohner angrenzender Ortschaften erst spät über ihr Mobiltelefon vor möglichen Gefahren gewarnt worden seien.

Erst knapp 90 Minuten nach der Feuerwehr-Alarmierung aktivierte der Landkreis Katwarn. Als im Juli bei Cronimet eine Havarie auftrat und eine gelbe Wolke aufstieg, blieb Katwarn stumm – es gab keine Anfrage beim Landrat.

Unverändert bleibt die Warnsystem-Regelung bei Extremwetter, sagt Schulze. Heißt: Bei Gewitter oder Regen wird die bisherige Kette beibehalten und damit die Abfrage über die Spitze der Landkreis-Verwaltung. (mz)