Freude bei Feuerwehr

Freude bei Feuerwehr: Thalheimer bekommen neues Fahrzeug – aber Garage ist zu klein

Thalheim - Die Thalheimer Brandbekämpfer nutzen ab jetzt ein nagelneues HLF 20 für die Einsätze. Derzeit steht es bei der Speditionsfirma Hoffmann in der Garage.

Von Michael Maul 17.01.2019, 09:46

Es ist ein Abschied, der den anwesenden Thalheimer Feuerwehrleuten am Montagabend nicht schwer fällt. Auch wenn das immerhin 30 Jahre alte und 22 Jahre im Einsatz der Thalheimer Wehr befindliche Löschgruppenfahrzeug LF 16 TS 8 immer treue Dienste geleistet und vielen Menschen geholfen hat. Ein nagelneues Fahrzeug hat den Oldtimer abgelöst. HLF 20 heißt es und hält, was der komplette Name des Schmuckstückes - Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug - verspricht.

Doch alles Gute ist zurzeit noch nicht beisammen, denn das Neue steht erst einmal bei der Thalheimer Speditionsfirma Hoffmann in der Garage. Der Neubau der Unterstellmöglichkeit an der Wolfener Straße ist noch nicht realisiert, soll aber in diesem Jahr erfolgen. „Für uns ist das eine ungewohnte Situation, mit der wir aber klarkommen“, sagt Thalheims Ortswehrleiter Manfred Lüdecke.

An die Stelle, die vorher vom ausgemusterten LF 16 belegt war, werde man den Mannschaftstransporter stellen, der im Alarmfall für die innerörtliche Fahrt zur Speditionsfirma an der Sandersdorfer Straße genutzt werden müsse. Das dauere zwar etwas länger, sei aber derzeit nicht anders zu realisieren.

Das neue Fahrzeug hat über 400.000 Euro gekostet

Dennoch sei man froh, solch ein Schmuckstück, das mit vielen technischen Raffinessen ausgestattet ist, im Bestand zu haben, so Lüdecke. Auf den ersten Blick sehe man dem Fahrzeug zwar den Wert von rund 404.000 Euro nicht an, bei genauerem Hinsehen könne man aber verstehen, dass die ausgefeilte Technik zum Löschen und zum Helfen in Extremfällen ihren Preis habe.

Für die vielen Anwesenden aus dem Ort und von anderen Wehren des Altkreises übernahm Daniel Lüdecke den Part des Erklärers. „Das Auto ist schon einige Zeit bei uns, so dass wir schon üben konnten“, sagt Lüdecke und beschreibt Wassertank, die Ausstattung mit LED-Beleuchtung sowie die Installation der Pressluftatmer direkt an den Sitzen. Auch an eine Seilwinde, einen kompletten Rettungssatz, Sprungkissen, Notfallrucksack und sogar an Halterungen für die Brillen der Kameraden habe man gedacht.

„Wir hatten zwar bei der Ausstattung kein großes Mitspracherecht, sind aber mit dem Komplettpakt zufrieden“, sagt Daniel Lüdecke. Da sei auch die kleine Feier gerechtfertigt, mit der man das als Fahrzeug verabschiedet und das neue mit vielen Interessierten begrüßt habe.

Symbolischen Schlüsselübergabe an Oberbürgermeister Armin Schenk

„Wir haben als Stadt Bitterfeld-Wolfen die Gesamtsumme im Haushalt eingestellt und das Auto ohne Förderung gekauft“, beschreibt Oberbürgermeister Armin Schenk (CDU) die finanzielle Vorgehensweise. Dabei habe man aber noch sparen können, da das HLF 20 im Verbund mit Autos für andere Wehren aus Landesmitteln bestellt wurde.

Mit dem symbolischen Schlüssel, den Schenk aus den Händen von Steffen Ölschläger von der Firma BTL (Brandschutztechnik Leipzig) entgegennehmen konnte, wünschte er dem Fahrzeug und der Mannschaft alles Gute und wenig Einsätze. „Unsere Firma hat für den Aufbau des Feuerwehrautos etwa drei Monate benötigt“, erklärt BTL-Technikleiter Alexander Schwabe den zeitlichen Ablauf. Da sei allerdings die Zeit nicht mit eingerechnet, in der der Grundkörper des Autos gebaut wurde. (mz)