Krieg in der Ukraine

Flucht nach Anhalt-Bitterfeld: Ein Drittel der Ukrainer ist in Bitterfeld-Wolfen untergekommen

Bitterfeld-Wolfen trägt aktuell Hauptanteil im Landkreis.

Von Frank Czerwonn 13.05.2022, 15:22
Die ukrainische Flagge
Die ukrainische Flagge (Foto: IMAGO/ZUMA Wire)

Bitterfeld/MZ - Bei der Unterbringung von Geflüchteten aus der Ukraine ist die Stadt Bitterfeld-Wolfen der Schwerpunkt im gesamten Landkreis. Das zeigen Zahlen, die Kreis-Mitarbeiter Peter Schenk, zugleich Stadtrat der CDU in Bitterfeld-Wolfen, im Sozialausschuss mitgeteilt hat.

528 Menschen aus der Ukraine sind in Bitterfeld-Wolfen untergebracht

Demnach wurden bislang 528 Menschen aus der Ukraine in Bitterfeld-Wolfen untergebracht. „Das ist ein Drittel der Gesamtzahl von ganz Anhalt-Bitterfeld“, sagte Schenk zur Einordnung. 173 davon seien Kinder und Jugendliche. Die Relationen bei der Unterbringung sind nicht überraschend. Denn einerseits ist die Stadt einwohnermäßig die größte Kommune des Landkreises. Zum anderen befindet sich hier die bislang einzige Erstaufnahmestelle.

In der Brauereiturnhalle in Bitterfeld werden seit Anfang März all jene Flüchtlinge aufgenommen, registriert und erstversorgt, die dem Landkreis zugewiesen werden. Die meisten von ihnen werden nach einigen Tagen in eigenen Wohnungen untergebracht. Etliche der Ukrainer - in der großen Mehrzahl Frauen und Kinder - reisen aber auch weiter in andere Städte oder zu Verwandten.

Auf Gymnasien im Landkreis gingen zum Stichtag 32 junge Menschen, davon allein 25 in Bitterfeld-Wolfen

Nach ihrer Registrierung unterliegen die Kinder und Jugendlichen der Schulpflicht. Auch dies versucht der Kreis laut Schenk umzusetzen. Zum Stichtag 5. Mai hätten 54 Mädchen und Jungen Grundschulen im Landkreis besucht, davon 27 in Bitterfeld-Wolfen. 35 Kinder gingen in Sekundarschulen, fünf in Gemeinschaftsschulen. Auf Gymnasien im Landkreis gingen zum Stichtag 32 junge Menschen, davon allein 25 in Bitterfeld-Wolfen.

Allerdings machte Schenk auch deutlich, dass die Kapazitäten für weitere Aufnahmen von Ukrainern an den Schulen arg begrenzt sind. „Das liegt zum einen am allgemeinen Lehrermangel in Sachsen-Anhalt und zum anderen auch an den fehlenden Raumkapazitäten, um beispielsweise noch weitere Ankunftsklassen bilden zu können.“

Das sei allerdings ein Problem, dass nicht nur in Anhalt-Bitterfeld bestehe, sondern im gesamten Bundesland und auch nur von Magdeburg aus angegangen werden könne. Entsprechende Zusagen der Landesregierung gebe es.

Neben Kosmetik und Medikamenten werden vor allem kompakte Möbel sowie elektrische Geräte gesucht

Unterdessen werden in Bitterfeld weiter Spenden für die Geflüchteten gesammelt. Die zentrale Annahmestelle der Kommunen Bitterfeld-Wolfen und Zörbig im Kulturpalast Bitterfeld hat weiterhin geöffnet. Von Montag bis Freitag können dort Spenden von 8 bis 16 Uhr abgegeben werden.

Neben Kosmetik und Medikamenten werden vor allem kompakte Möbel sowie elektrische Geräte gesucht, die für die Erstausstattung einer Wohnung notwendig sind. Dazu zählen zum Beispiel Kühlschrank, Waschmaschine, Bügeleisen, Toaster oder Fön.