Deutsche Bahn

Deutsche Bahn: Neubau der Strecke Bitterfeld - Halle bis Ende Juni

Bitterfeld/MZ - Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende, hat sich die Deutsche Bahn gesagt. Die gute Nachricht ist: Das Unternehmen arbeitet mit Hochdruck an der Reparatur bzw. dem Neubau der Strecke Bitterfeld - Halle, um die Trasse so schnell wie möglich wieder in Betrieb nehmen zu können. Die schlechte ist: Ab 4. März wird gerade das den Leuten, die unmittelbar an der Strecke wohnen, gehörig auf die Nerven gehen. Denn die Arbeiten werden bis Ende Juni Tag und Nacht ...

Von christine Krüger 15.02.2013, 19:10

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende, hat sich die Deutsche Bahn gesagt. Die gute Nachricht ist: Das Unternehmen arbeitet mit Hochdruck an der Reparatur bzw. dem Neubau der Strecke Bitterfeld - Halle, um die Trasse so schnell wie möglich wieder in Betrieb nehmen zu können. Die schlechte ist: Ab 4. März wird gerade das den Leuten, die unmittelbar an der Strecke wohnen, gehörig auf die Nerven gehen. Denn die Arbeiten werden bis Ende Juni Tag und Nacht laufen.

„Wir müssen Asphalt wegfräsen“, erklärt Bahnsprecher Frank Kniestedt. „Das heißt: Es wird laut und in der Nacht auf der Baustelle taghell sein. Es wird Staub geben und Lkw-Transporte.“

Seit August vergangenen Jahres stehen die Signale auf der Strecke, auf der zu normalen Zeiten täglich weit über 100 Züge verkehren, auf Rot. Die Stahlschwellen, die auf Asphalt montiert wurden, waren auf einem Abschnitt von 15 Kilometern stark verrostet. Die vor 16 Jahren verlegte „experimentelle Konstruktion“ habe sich nicht bewährt, meint Kniestedt. „Sowas passiert.“

Nachdem die Schwellen abgebaut sind, wird nun der Asphalt abgefräst. Das Material soll teils über die Schiene, vor allem aber mit Lkw abtransportiert werden. Die Arbeiten laufen von verschiedenen Punkten aus parallel - so von Roitzsch, Brehna, Landsberg zum Beispiel. Ist das erledigt, kann die Strecke wieder aufgebaut werden. Angefangen wird damit jeweils in den Bahnhöfen.

Auch die neue Konstruktion, die übrigens auf dem vorhandenen Unterbau montiert wird, wird eine feste Fahrbahn: Die Schienen werden diesmal auf vorgefertigten Betonplatten verlegt. Ein System, wie Kniestedt sagt, das sich seit Mitte der 80er Jahre bewährt hat.

Dieses feste System, mit dem der gute alte Schotter ausgedient hat, wird inzwischen für alle Neubaustrecken verwendet. Von den Beton-Bändern verspricht man sich hohe Haltbarkeit, geringen Instandsetzungsaufwand sowie hohe Belastbarkeit.

Das ist in diesem speziellen Fall Bitterfeld - Halle auch nötig, soll doch auf der Strecke Berlin-Nürnberg-München in absehbarer Zeit durchgängig Hochgeschwindigkeit gefahren werden. Diese Strecke ist eine Hauptmagistrale der Deutschen Bahn und das Stück zwischen Berlin, Leipzig/ Halle, Erfurt, Nürnberg das größte Schienenverkehrsprojekt der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit.

Schon jetzt kommen die Züge zwischen Berlin und Bitterfeld auf 200 km/h. Ab Halle-Ammendorf erreichen sie auf der neuen Strecke dann sogar Tempo 300. Dazwischen liegt das Nadelöhr Bitterfeld - Halle, wo bisher lediglich bis 160 km/h erlaubt waren.

Spätestens im dritten Quartal dieses Jahres sollen Schienenersatzverkehr und Umleitung auf der Strecke Geschichte sein. Denn dann stehen die Signale zwischen Bitterfeld und Halle wieder auf Grün - zunächst für Tempo 160. Später sollen auf der Trasse Züge mit Tempo 200 fahren. Dazu wird es ab Juli ein Planfeststellungsverfahren geben, geprüft werden dort unter anderem die Einflüsse, die durch Lärm und Erschütterungen entstehen.

Der Neu- und Ausbau der Strecke wird „eine zweistellige Millionen-Summe“ verschlingen. Neben den Arbeiten an der Fahrbahn und der sich anschließenden Koordinierung der Stellwerkstechnik, der Einrichtung der Oberleitungen, der Neuverkabelung etc. wird auch der Bahnübergang in Hohenturm beseitigt. Ein Tunnel soll gebaut werden. Übergänge sind bei Strecken, auf denen Züge mit derart hohem Tempo fahren, nicht zulässig, so Kniestedt. Insgesamt sind seit den 90er Jahren acht durch Brücken oder Tunnel ersetzt worden. „Durchgängig möglichst hohe Geschwindigkeit und Belastbarkeit - das ist das Ziel der Bahn“, sagt er. „Wir stellen dafür die Infrastruktur zur Verfügung.“

Die Bahn will den Bürgern ihre Pläne erläutern: Roitzsch am 19. Februar im Rathaus, Brehna am 21. Februar im alten Rathaus, Bitterfeld am 28. Februar im Bahnhof, Landsberg am 26. Februar im Bürgerhaus. Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 16 Uhr. Zudem gibt es eine Info-Nummer: 03406/48 890.