Zeitverzug an Baustellen

Corona-Pandemie hat in den letzten Jahren viele Bau-Vorhaben im Altkreis Bitterfeld ausgebremst

Wegen des Kriegs in der Ukraine droht nun neues Ungemach.

14.03.2022, 09:47
Bernd Marbach  steht im Inneren des Kita-Hauptgebäudes.
Bernd Marbach steht im Inneren des Kita-Hauptgebäudes. (Foto: Fuhse)

Schierau/MZ/TIF - Während der Corona-Pandemie haben Materialengpässe auf dem Markt und Personalausfälle das Baugeschehen im Altkreis ausgebremst. Mehrere Projekte verzögerten sich deshalb teils erheblich. So wurden Sanierung und Ausbau der Schierauer Kita „Kinderland am Seegarten“ kürzlich mit mehr als einem Jahr Verspätung fertiggestellt.

Der Breitbandausbau in Raguhn kommt nur schleppend voran.
Der Breitbandausbau in Raguhn kommt nur schleppend voran.
(Foto: Kehrer)

Unter anderem fehlten hier zeitweise Materialien wie Fliesen, außerdem wurden Bauarbeiter wegen Engpässen mehrfach auf andere Baustellen abgezogen. Auch der Breitbandausbau in Raguhn-Jeßnitz sollte ursprünglich bereits Ende 2020 fertig sein. Nun läuft er noch immer - auch, weil es an Chips, Routern sowie Glasfasertechnik mangelt. In Zörbig haben sich die Arbeiten an Dach und Dachstuhl des Aktuarhauses verzögert.

Das Aktuarhaus
Das Aktuarhaus
(Foto: Kehrer)

Die Reparaturen am Mehrzweckgebäude in Gröbern mussten diesen Januar mit dreimonatiger Verspätung starten, weil Dachplatten nur verzögert geliefert wurden. Auf Ersatzteile zur Reparatur der defekten Heizung im Gemeindezentrum Ramsin wartet die Stadt Sandersdorf-Brehna derzeit voraussichtlich zwei Monate lang. Laut Baugewerbe-Verband Sachsen-Anhalt sind die Baustoff-Preise während der ersten beiden Pandemiejahre zeitweise explodiert.

Die Sanierung am Dach des Mehrzweckgebäudes in Gröbern
Die Sanierung am Dach des Mehrzweckgebäudes in Gröbern
(Foto: Gemeinde Muldestausee)

„Wir hatten große Ausschläge bei Stahl und Holz“, berichtet Hauptgeschäftsführer Giso Töpfer. Mittlerweile habe sich der Markt hier zwar eigentlich wieder normalisiert. Doch wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine drohen neue Probleme. Die Sanktionen gegen Russland seien bereits zu spüren. Vor allem Stahl und Bitumen werde zum großen Teil von dort und aus der Ukraine importiert. „Schon jetzt explodieren dort die Preise. Händler wissen nicht mehr, wie sie Stahl liefern sollen“, sagt Töpfer.