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Berufseinstieg: Wie sieht der Bundesfreiwilligendienst in den Museen in Bitterfeld-Wolfen aus?

Von Andrea Dittmar 05.10.2021, 17:39
Tom Dietrich ist Bufdi im Kreismuseum, Laura Dietz absolviert den Freiwilligendienst im Ifm.
Tom Dietrich ist Bufdi im Kreismuseum, Laura Dietz absolviert den Freiwilligendienst im Ifm. (Foto: André Kehrer)

Bitterfeld/Wolfen/MZ - In die Geschichte eintauchen, die Industrie verstehen oder die Natur: Das haben Laura Dietz und Tom Dietrich im kommenden Jahr vor. Sie sind die neuen Bufdis im Industrie- und Filmmuseum (IFM) Wolfen und im Bitterfelder Kreismuseum. Am 1. September haben sie ihre Stellen angetreten.

„Ich wusste früh, dass ich nach dem Abi nicht direkt studieren will“, sagt die 17-jährige Laura. Sie ist gebürtige Wolfenerin und hat in diesem Jahr ihren Abschluss an einem halleschen Gymnasium gemacht. Im Internet habe sie nach passenden Stellen gesucht und schließlich einfach beim Ifm angerufen. Das liege schließlich direkt vor der Haustür. „Ich wusste bisher wenig über Heimatgeschichte“, findet Laura. Das will sie ändern - denn ihr Wunsch ist es, Geschichte und Englisch auf Lehramt zu studieren. „Aber das kann sich noch einmal ändern.“ Außerdem ist das Freiwillige Jahr noch einmal eine schöne Lernpause, bevor das Studium kommt.

Wenn die 17-Jährige nicht gerade im Filmmuseum arbeitet, tanzt sie im Wolfener Ballettensemble

Nun ist sie voll eingebunden im Ifm: Gerade liest Laura in der Betriebszeitung der Filmfabrik alles über die Vistra-Faser, zu der bald eine Ausstellung eröffnet werden soll. Wenn die 17-Jährige nicht gerade im Filmmuseum arbeitet, tanzt sie im Wolfener Ballettensemble - ein Hobby, das sie zusammen mit ihrer Schwester ausübt.

Tom Dietrich hat ein anderer Weg ins Bitterfelder Kreismuseum geführt: Der IT-interessierte Steinfurther hatte während der Coronapandemie keine einfache Zeit in der Schule und hat einen erweiterten Realschulabschluss gemacht, statt noch ein Jahr fürs Abitur zu pauken. „Dann musste ich mir eine andere Alternative suchen“, so der 18-Jährige. Auch er hat durch Internetrecherche vom Bundesfreiwilligendienst erfahren und dann beim Kreismuseum angefragt. „Es sind so umfassende Themenfelder, das finde ich wirklich interessant“, erklärt Tom.

„Ich bin sonst eher zurückhaltend. Durch den Freiwilligendienst will ich meine Fähigkeiten erweitern.“

Er unterstützt die Mitarbeiterinnen unter anderem mit dem Pressespiegel, sucht Bilder im Archiv und arbeitet mit, wenn Schülergruppen das Museum am Kirchplatz besuchen. „Ich bin sonst eher zurückhaltend. Durch den Freiwilligendienst will ich meine Fähigkeiten erweitern.“ Auch der Blick in die Karteikarten hat bei Tom schon oft für Schmunzeln gesorgt: Denn alles, was verliehen wurde, hat einen vernünftigen Eintrag bekommen.

Wenn die jüngsten Besucher künftig wieder auf Plüschspinnen-Suche gehen, hat auch der Bufdi diese neu versteckt. Und wenn es nach Tom Dietz geht, könnte das Kreismuseum irgendwann eine virtuelle Tour bekommen: Denn der 18-Jährige möchte später Videospiele programmieren, sein Lieblingsfach war Informatik.