Scharfe Kritik

Austritt aus Partei Die Linke nach 45 Jahren: Udo Mölle arbeitet künftig als parteiloser Fraktionschef

Von Christine Färber 04.12.2021, 18:00
 Udo Mölle
Udo Mölle Foto: Kehrer

Zscherndorf/MZ - Mit seinem Austritt aus der Partei Die Linke nach 45 Jahren verleiht der Zscherndorfer Udo Mölle, Vorsitzender der Fraktion Die Linke/FDP/SPD im Stadtrat Sandersdorf-Brehna, seiner scharfen Kritik an der Corona-Politik in Deutschland Ausdruck.

Im Schreiben an den Kreisvorstand seiner Partei begründet er seinen Schritt damit, dass die Partei die Corona-Politik mitträgt, die aus seiner Sicht mit massiven Grundgesetzeinschränkungen einhergeht. Der Parteivorstand habe einen Lockdown und eine Impfpflicht für Volljährige als Mittel zum Kampf gegen die Pandemie beschlossen - eine Entscheidung, die einer Vielzahl anderer wissenschaftlicher Erkenntnisse von Medizinern widerspreche. „Das ist nicht mehr mein Verständnis von Politik zum Wohle der Menschen in unserem Land“, so Mölle. „Das zeugt von Beliebigkeit der Linkspartei, die damit weiter ihren Niedergang befeuert.“

Seine Arbeit im Stadtrat als Fraktionsvorsitzender wird er als Parteiloser fortführen. „Mein Mandat niederzulegen, habe ich nicht vor. Die Bürger haben mich bis 2024 gewählt und ihr Vertrauen in mich gesetzt. Ich denke, sie werden meine Entscheidung verstehen.“ Die sei länger gereift, habe mit dem Antrag auf Parteiausschluss von Sahra Wagenknecht begonnen. „Den i-Punkt setzt für mich jetzt der Beschluss des Parteivorstandes über Lockdown und Impfpflicht.“