Merkel in Bitterfeld

Angela Merkel in Bitterfeld: AfD und Thügida kündigen Gegendemos an

Bitterfeld - Begleitet von anhaltend lautstarken Protesten und Sprechchören hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag an der Goitzsche die Politik der Bundesregierung vehement verteidigt.

29.08.2017, 16:10

Begleitet von anhaltend lautstarken Protesten und Sprechchören hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag an der Goitzsche die Politik der Bundesregierung vehement verteidigt.

Unter die offiziell 2 200 Zuhörern hatten sich zahlreiche AfD-Anhänger gemischt. Diese hatten kurz vor der Ankunft Merkels ihren Demo-Platz auf einem 200 Meter entfernten Hügel verlassen und sich mit Trillerpfeifen, Plakaten und symbolischen roten Karten unter die Menschen gemischt. Merkel wurde mit einem Pfeifkonzert empfangen, immer wieder schallten ihr „Hau ab“- und „Lüge“-Rufe entgegen. Merkel blieb davon unbeeindruckt.

Es gab auch viel Beifall für ihre Themen von der Familie bis zur Steuerpolitik.  Merkel versprach in ihrer Rede, „keine Koalition mit der AfD und den Linken“ einzugehen.

Die fusionierte Stadt Bitterfeld-Wolfen gilt als eine Hochburg von AfD-Wählern. Die AfD erhielt hier bei der Landtagswahl 2016 aus dem Stand heraus 31,9 Prozent der Wählerstimmen und holte die Direktmandate.

Merkel war mit dem Hubschrauber eingeflogen gekommen und hinter der Bernsteinvilla gelandet. „Es ist wunderbar, was hier alles entstanden ist“, sagte die Bundeskanzler. Unterstützung bekam sie von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner  Haseloff (CDU). „Schauen Sie auf die Goitzsche“, rief Haseloff den Protestierenden entgegen. Diese würde es ohne die Wende und die CDU so nicht geben. Die Goitzsche sei eine der schlimmsten Stellen Europas gewesen, was den Umweltschutz betrifft. „Aus ihr ist quasi ein Paradies geworden.“

Merkels Rede dauerte etwa eine halbe Stunde. Die Pfiffe waren vor allem dann laut, also sie über die Flüchtlingskrise sprach. „Ein Jahr wie 2015 kann und darf sich nicht wiederholen“, sagte Merkel. Der Satz ist fester Bestandteil ihrer Wahlkampfreden. Zugleich sagte sie: „Wir müssen auch die nächsten vier Jahren Fluchtursachen bekämpfen, noch mehr als bislang.“ Am Montagabend war sie deshalb in Paris gewesen.

Größere Zwischenfälle bei der Kundgebung gab es nicht. Die Polizei musste nur bei einigen kleineren Rangeleien dazwischen gehen. (mz/bra/dpa)

Angela Merkel während einer Rede
Angela Merkel während einer Rede
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