Weihnachtliche Bescherung

Weihnachtliche Bescherung : Wenn Kinderaugen vor Freude leuchten

Bernburg/Nienburg - Carl-Heinz Schmidt ließ sein Kostüm selbst anfertigen und hat Verständnis, wenn Weihnachtsmänner mit Plastikmasken für Kinder gruselig sind.

Von Andreas Braun 27.12.2017, 08:39

Mila steht neben dem Weihnachtsmann. Sie schaukelt ungeduldig hin und her. „Wann bin ich denn nun endlich dran“, mag die Fünfjährige denken. Denn der Weihnachtsmann ist am Heiligabend zu Gast und widmet sich zuerst ihrer größeren Schwester Melissa.

Die Neunjährige ist schüchterner als ihre kleine Schwester. Aber sie weiß schon, wie sie den Weihnachtsmann froh stimmen kann.

Zusammen mit der Familie singen die beiden und Melissa versucht sich sogar auf der Gitarre. Da bleiben die Geschenke nicht aus, wobei der kleine Lion (zehn Monate) alle Übergaben der Geschenke fröhlich beklatscht.

Weihnachtliche Bescherung: Keine Furcht vor dem Rauschebart

Doch was alle Kinder an diesem Abend nicht haben: Furcht vor dem Rauschebart.

„Das ist gut so. Denn der Weihnachtsmann ist eine freundliche Gestalt. Dass er auch als Schrecken für die Kinder herhalten muss, ist den Menschen zuzuschreiben, die aus dem freundlichen Alten eine Figur der Bestrafung gemacht haben.“

Das ist die feste Überzeugung von Carl-Heinz Schmidt. Der Bernburger schlüpft seit etwa sieben Jahren in das Gewand des alten Mannes und beschenkt Kinder.

Dabei hat er natürlich alle Taten in seinem „goldenen Buch“ festgehalten, die die Kinder in dem vergangenen Jahr so auf dem Kerbholz haben. Gute wie weniger gute, sagt Schmidt. Doch bestraft werde niemand. Höchstens soll das Kind nachdenken, was es denn im nächsten Jahr besser machen kann.

Alte Plastikmasken waren schrecklich

Schmidt hat an seine Kindheit auch Erinnerungen an den Weihnachtsmann und kennt noch die alten Plastikmasken, die sich dann Verwandte und Bekannte aufsetzten, damit sie nicht erkannt werden.

„Die waren schrecklich. Da musste man Angst bekommen als Kind“, sagt der Bernburger, der am Heiligabend zehn Familien in Nienburg und Bernburg besuchte.

Er selbst hat nur den Bart als eines der Utensilien der Verkleidung und natürlich einen prächtigen Mantel. Den hat er sich selbst anfertigen lassen.

Denn das, was es zu kaufen gab oder zu leihen, das entsprach gar nicht den Vorstellungen, die für Schmidt einen Weihnachtsmann ausmachen.

Große Freude über den Weihnachtsmann

Auch bei der Familie von Christian Büttner, der zusammen mit seiner Frau Juliane und den beiden Kindern Anna und Moritz auf den Weihnachtsmann wartet, war die Freude groß, als der Mann mit Bart und Mantel kam.

Der Sack auf dem Rücken ließ vermuten, dass es für die Kinder Geschenke gab, was die Vorfreude natürlich ins Unermessliche steigerte.

Moritz und Anna kennen die Prozedur nun schon, denn der Weihnachtsmann gehört bei den beiden zum festen Programm des Heiligabend.

So war die Freude groß, nachdem beide dem Weihnachtsmann erzählten, was sie denn so im ganzen Jahre gemacht haben, als er in den Sack griff und die Geschenke auspackte.

Für Schmidt ist das der Höhepunkt, wenn die Augen der Kinder vor Freude leuchten. (mz)