Vorschlag der Grünen

Vorschlag der Grünen in Bernburg: Anwohner und Pendler sollen sich Parkplätze teilen

Bernburg - „Wir schaffen das“, gibt sich Erich Buhmann am Samstagnachmittag - mitten im Grün des Bernburger Bahnhofsgartens stehend - siegessicher. Der Initiator des Bürgerbegehrens gegen den mehrheitlich vom Stadtrat beschlossenen Bau von 52 Parkplätzen an dieser Stelle muss spätestens am 2. September im Rathaus 2.000 Unterschriften gegen das Projekt abgeben. Da die Stadtverwaltung die bislang eingereichten Listen noch nicht auf Rechtsgültigkeit geprüft habe, wollen der Grünen-Stadtrat und seine Mitstreiter bis zum Ablauf der Frist weitersammeln, um auf Nummer sicher zu ...

Von Torsten Adam

„Wir schaffen das“, gibt sich Erich Buhmann am Samstagnachmittag - mitten im Grün des Bernburger Bahnhofsgartens stehend - siegessicher. Der Initiator des Bürgerbegehrens gegen den mehrheitlich vom Stadtrat beschlossenen Bau von 52 Parkplätzen an dieser Stelle muss spätestens am 2. September im Rathaus 2.000 Unterschriften gegen das Projekt abgeben. Da die Stadtverwaltung die bislang eingereichten Listen noch nicht auf Rechtsgültigkeit geprüft habe, wollen der Grünen-Stadtrat und seine Mitstreiter bis zum Ablauf der Frist weitersammeln, um auf Nummer sicher zu gehen.

Kein Bürgerentscheid?

Ein Triumphgefühl beschleicht den Hochschul-Professor trotz des wahrscheinlichen Erreichens der Zielmarke aber nicht. Im Gegenteil. Er bedauert, dass die Fronten zwischen Parkplatz-Befürwortern und -Gegnern verhärtet sind. 2.000 rechtsgültige Unterschriften würden zwar die Voraussetzungen für einen Bürgerentscheid schaffen, doch diesen würde selbst Buhmann gern vermeiden.

Schon der damit verbundenen Kosten wegen. Er hofft, auch ohne Urnengang der Einwohner, der wahrscheinlich im Januar 2018 anstehen würde, eine für alle Seiten akzeptable Alternativlösung erreichen zu können. „Was unsere Stadtväter hier vor 140 Jahren geschaffen haben, dürfen wir nicht für solch ein undurchdachtes Vorhaben opfern“, sieht er einen Eingriff in den denkmalgeschützten Bahnhofsgarten als nicht verhandelbar an. Neben dem Erhalt der Parkanlage nennt er als zweites Ziel eine Parkplatz-Lösung für die Berufseinpendler.

„Alle Alternativen noch einmal richtig prüfen“

„Wir möchten, dass alle Alternativen von der Stadtverwaltung noch einmal richtig geprüft werden“, sagt Buhmann und formuliert selbst ein Modell, das seiner Ansicht nach funktionieren könnte. Einpendler und Anwohner könnten sich ein gewisses Kontingent an Stellflächen pro Straße teilen. Per Gäste-Parkausweis, der deutlich weniger kosten sollte als die für den Bahnhofsgarten anvisierten 30 Euro Monatsmiete, könnte mit dem Auto nach Bernburg anreisenden Berufspendlern das Parken in solchen Zonen montags bis freitags zwischen 8 und 18 Uhr erlaubt werden.

Dieses Konzept schaffe mehr Parkraum für Pendler als die 52 Stellflächen im Bahnhofspark, die angesichts von insgesamt rund 3.500 Parkplätzen im Bergstadt-Zentrum kaum ins Gewicht fielen. Buhmann plant nach ersten Konsultationsgesprächen mit Stadträten von SPD und Linken einen parteiübergreifenden, gemeinsam formulierten Antrag. Details müssten aber noch besprochen werden.

„Spiele im Park“ ein Erfolg

Die Aktion „Spiele im Park“ am Samstagnachmittag wertet er als Erfolg. Mehr als 100 Menschen waren dem Aufruf gefolgt, die Grünanlage für Aktivitäten wie Boule, Frisbee oder Großschach zu nutzen. Andy Müller von der SG Medizin Bernburg betreute einen Wettbewerb im Speedminton, den Karlheinz Koebel gewann. Auf den weiteren Medaillenplätzen folgten Gerlinde Lukatsch und Michael Sendelbeck. (mz)