Tourismus

Tourismus : Neuer Zielhafen ist Saaleufer

Bernburg - Boris Funda zieht mit seinem Bootsverleih von der Staßfurter Bode nach Bernburg und baut das Geschäft noch aus.

Von Andreas Braun

Mit dem Ruderkahn über die Saale. Das war einmal. Denn bei Reimanns war einst ein Ruderbootverleih. Das ist lange her.

Zu lange, sagt sich Boris Funda. Am 1. April 2017 will er darum auch einen Bootsverleih ansiedeln. Nein, ein Aprilscherz sei das mit Sicherheit nicht. Denn mit dem Datum hat der Staßfurter mit Wurzeln in Bernburg gute Erfahrungen gemacht. Schließlich hat er sein Unternehmen „Bode Tramp“ am 1. April 2006 aus der Taufe gehoben. Damals noch im Schloss Gänsefurth, später dann in Staßfurt.

Anlegestelle in Staßfurt versandet immer mehr

Nun, nach elf Jahren an der Bode, zieht es den Unternehmer nach Bernburg. Es gibt mehrere Gründe. Einer sei, so sagt er, dass die Bedingungen an der Bode nicht mehr passen. An der Anlegestelle in Staßfurt versandet der Fluss immer mehr. Lange habe er nach Lösungen gesucht.

„Ich bin ein Typ, der nicht aufgeben will. Dass ich jetzt von der Bode weggehe, ist für mich wie ein Aufgeben. Ich habe es nicht geschafft, eine Lösung zu finden“, erzählt der Mann, der mit drei Kanus anfing und mittlerweile an die 20 Stück hat.

Doch wenn man den neuen Standort am rechten Saaleufer zwischen dem Zielrichterturm der Ruderer und der Personenfähre als Lösung des Problems sieht, dürften solche Gedanken nicht den Blick für die Zukunft trüben. Und die sieht Funda, der als Kind häufig bei seiner Oma in der Bernburger Talstadt war und durch das Krumbholz streifte, durchaus optimistisch.

Eine neue Steganlage am Saaleufer soll entstehen

„Der Fluss ist in diesem ruhigen Abschnitt ideal. Die Stadtverwaltung hat mir signalisiert, ich bin hier willkommen, als ich mit meinem Vorschlag ankam. Wir werden neben den Kanus drei Motorboote haben, vier Ruderboote und zwei Tretboote“, so Funda. Vorgesehen ist an der Uferstelle, dass eine Steganlage entsteht. Zudem wird auch eine Unterstellmöglichkeit für die Boote gebaut.

Die Motorboote werden mit einem acht PS starken Motor ausgestattet sein, so dass sie ohne Bootsführerschein gesteuert werden können. Ruder- und Tretboote sind für kurze Überfahrten - wie eben zu Reimanns - gedacht oder für kurze Strecken flussaufwärts. Aber das sei freilich den Gästen überlassen.

Wer gern eine größere Tour machen wolle, etwa von Alsleben oder Könnern nach Bernburg, der könne das anmelden und es werde ein Transfer organisiert. Dann steigen die Gäste in Alsleben oder Könnern ein und fahren flussab nach Bernburg. Das seien Ein- bis Zweitagestouren, so Funda.

Die ideale Tour auf der Saale zum Abschalten

Auf alle Fälle lohne sich eine solche Tour, denn die Saale biete einfach idyllische Strecken, die für Touristen ideal seien. Man könne abschalten. Auf dem Fluss, so Funda, sei es eine ganz andere Welt.

Dass der Mann überhaupt auf die Idee kam, sich dem Wassertourismus in Bernburg zu verschreiben und hier seinen neuen Firmensitz zu nehmen, ist dem Zufall geschuldet. Er hatte mit einem guten Bekannten geredet, ob der nicht wen wüsste, den man ansprechen kann. Der kannte wen und verwies ihn an die Bernburger Freizeit GmbH.

„Hier, wie auch beim Landkreis oder der Stadt sagte man mir, man versuche schon seit längerem jemanden für Wassertouristik zu begeistern.“ Holger Naumann, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft und des Tourismusverbandes des Salzlandkreises gab wichtige Tipps und beim Wirtschaftsförderer der Stadt, Holger Dittrich, musste nicht lange geredet werden. „Das ist eine klare Aufwertung der Saale und des Tourismusses“, sagt Dittrich.

Die ganze Region soll davon profitieren

Auch Landrat Markus Bauer (SPD) ist sicher, dass die ganze Region profitiert. Und somit war auch klar, der Umzug von der Bode an die Saale war perfekt. „Natürlich bieten wir weiter Touren auf der Bode an“ sagt Funda, der aber nicht an der Kreisgrenze haltmacht. Touren gibt es ebenso in Leipzig, das sich durch die Kanäle und die Seen im Großraum als Wasserstadt bezeichnet. Und es gibt dort einen Verein, der sich dafür einsetzt, das einmal eine Verbindung zwischen Leipzig und Hamburg für Wassertouristen nutzbar ist.

Das scheitert derzeit noch an einem kleinen Stück des Elster-Saale-Kanals. „Das wäre was, wenn es den Durchstich geben würde. Dann wären Touren von Leipzig nach Bernburg möglich“, sieht Funda als mögliches Ziel. Denn immer wieder lebt die Diskussion auf, ob der in den 30er Jahren begonnene Kanalbau vollendet werden soll. (mz)