Salzlandkreis

Salzlandkreis: Wer die Pflanze anfasst, erlebt böse Überraschung

ILBERSTEDT/MZ. - Besonders an der Wipper gegenüber dem Sportplatz, dort wo es feucht und schattig ist. Deshalb konnte es Bürgermeister Lothar Jänsch nicht fassen, als er von der Unteren Naturschutzbehörde jetzt erfuhr, dass der "Bärenklau" in Ilberstedt in diesem Jahr nicht bekämpft werden könne. "Dann müssen wir uns selbst kümmern", kündigt er in der Sitzung des Gemeinderates resigniert ...

Von ANGELIKA ADAM 19.05.2011, 16:20

Besonders an der Wipper gegenüber dem Sportplatz, dort wo es feucht und schattig ist. Deshalb konnte es Bürgermeister Lothar Jänsch nicht fassen, als er von der Unteren Naturschutzbehörde jetzt erfuhr, dass der "Bärenklau" in Ilberstedt in diesem Jahr nicht bekämpft werden könne. "Dann müssen wir uns selbst kümmern", kündigt er in der Sitzung des Gemeinderates resigniert an.

Jänsch weiß, dass das nicht ganz einfach wird und unbedingt Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen. Bisher hatten Spezialisten im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde der Landkreisverwaltung in den Jahren 2009 und 2010 eine "Bärenklau"-Fläche an der Wipper in der Nähe des Sportplatzes beseitigt. Das geht jetzt nicht mehr.

"Mit der Bekämpfung des Bärenklau wurde in der Region Bernburg im Jahr 2008 begonnen", erklärte die Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde, Gisela Schlegel, auf Nachfrage der MZ. Die Bernburger Bildungs- und Strukturfördergesellschaft hatte dafür auf Initiative der Naturschutzbehörde in der Landkreisverwaltung extra eine Fördermaßnahme aufgelegt. 24 Mitarbeiter der Gesellschaft waren damit beschäftigt, die Pflanzen zu bekämpfen. Sie hatten alle Hände voll zu tun.

"Die Weiterführung der Maßnahme ist vom Landkreis beim Jobcenter ausdrücklich befürwortet worden. Es ist dringend notwendig, die Bekämpfung weiterzuführen", sagt sie und berichtet, dass für die Bernburger Gesellschaft in diesem Jahr aber nur die Hälfte der Mitarbeiter für einen Zeitraum von sieben Monaten genehmigt worden seien. Sie habe deshalb dem Bürgermeister geraten, sich ebenfalls an das Jobcenter zu wenden und um kurzfristige Unterstützung zu bitten. "Ich kann nur wiederholen, dass es dringend notwendig ist, die aggressive Pflanze, die besonders häufig im Altkreis Bernburg vorkommt, zu bekämpfen." Und dafür seien Schutzvorkehrungen notwendig. "Die Untere Naturschutzbehörde wird die Leute, die vom Jobcenter dafür vorgesehen sind, mit Informationen unterstützen", bietet die Fachfrau Hilfe an, "denn wer die Pflanze ohne die erforderliche Fachkenntnis beseitigen will, muss mit schlimmen Folgen rechnen. Und das unter Umständen schon durch leichteste Berührungen eines Teils des gewaltigen Gewächses."

Die Unterstützung der Fachleute ist wichtig, denn der Bärenklau ist sehr gefährlich. Berührt man diese Pflanze, kann es zu gesundheitlichen Problemen kommen. Zuerst gibt es eine brennende und juckende Rötung. Nach 20 Minuten entzündet sich die Haut und löst Juckreiz, Rötung und Blasen aus. Denn die fast drei Meter groß werdende Staude enthält den Stoff Furocumarin, der bei Sonnenlicht Hautentzündungen verursacht. Diese können Narben sowie Pigmentierungen hinterlassen.

Helen Weigel, stellvertretende Geschäftsführerin des Jobcenters, kann auf Nachfrage der MZ nur darauf verweisen, dass für das Jobcenter des Salzlandkreises die Mittel für die Eingliederung in diesem Jahr um drei Millionen Euro gekürzt wurden. Das Jobcenter habe bei allen 50 Trägern im Landkreis Maßnahmen reduzieren müssen.

Bürgermeister Lothar Jänsch hat jetzt an die Eltern und an die Kinder im Ort appelliert, die Bärenklau-Standorte zu meiden, auch wenn jetzt das Wipper-Ufer ein beliebter Treffpunkt ist und das Ringreiten auf dem gegenüberliegenden Sportplatz bevorsteht.