Neue Begegnungsstätte

Neue Begegnungsstätte: Einfach nur treffen und reden

Bernburg - An der Wilhelmstraße entsteht Begegnungsstätte, die für ausländische und einheimische Bürger Anlaufstelle sein soll.

Von Andreas Braun

„Bernburg braucht das.“ Jeanne Colgan, in den USA gebürtige und in der Saalestadt lebende Bernburgerin, ist eine der Initiatorinnen, die am Entstehen einer neuen Begegnungsstätte mitgewirkt hat.

Zusammen mit Doris Maedge und Beate Hecke will sie für Menschen, die in Bernburg aufgewachsen sind oder hier wohnen und für Menschen, die es aus aller Herren Länder hierher verschlagen hat, eine Begegnungsstätte der Welten eröffnen.

Seit Januar sind die drei Damen damit beschäftigt, die Räume an der Wilhelmstraße 15 herzurichten. Genehmigungen mussten eingeholt werden. Gelder zur Finanzierung der Begegnungsstätte ausfindig und beantragt werden.

Neue Begegnungsstätte in Bernburg:  Neuankömmlingen haben meistens Scheu

Nun ist alles soweit. Am Freitag, 22. September, ist ab 14 Uhr geöffnet. Dann sollen sich hier montags bis freitags von 14 bis 18 Uhr Menschen treffen, die sich hier einleben wollen oder auch jeden, die helfen wollen, dass Flüchtlingsfamilien sich besser in Deutschland zurecht finden.

„Es ist uns während unserer Arbeit aufgefallen. Viele Neuankömmlinge scheuen sich, in unserem Büro ungezwungen zu erzählen“, erzählt Beate Hecke.

Sie seien gehemmt und kommen nicht so richtig aus sich raus, sagt die Frau, die als Soziallotsin Flüchtlingen erleichtern will, die ersten Schritte im neuen Leben zu gehen.

Neue Begegnungsstätte in Bernburg: Hilfsangeboten kamen von den Einheimischen

Doch auch unter den Bernburgern kam immer mal wieder die Frage auf, wo man denn helfen könne, ergänzt Doris Maedge, die ebenfalls als Soziallotsin tätig ist.

„Wir haben dann nach Räumlichleiten gesucht und mit Hilfe der Wohnstätten GmbH auch die Räume an der Wilhelmstraße gefunden“, so Jeanne Colgan, die sich vor allem für die in Bernburg lebenden Afrikaner einsetzt.

„Hier sollen sich alle wohlfühlen, die unvoreingenommen mit einander ins Gespräch kommen wollen“, ergänzt Jeanne Colgan.

Neue Begegnungsstätte in Bernburg: Vor allem Familien sind angesprochen

Vorrangig sollen sich Familien hier treffen können. Es soll ungezwungen Einblick in die hiesigen Lebensverhältnisse gegeben werden.

Was für andere fremd sei, dass ist hier eben alltäglich und das wolle man vermitteln. Aber auch mit dem klaren Anspruch, dass Toleranz auch Grenzen habe.

Es gehe um gegenseitiges Verständnis, und das sei keine Einbahnstraße, sind die drei Frauen sich da einig. Man wolle die gegenseitigen Lebensweisen nahebringen und verstehen helfen. Aber auch Sprache soll hier besser gelernt werden.

Später sei vorstellbar, dass Schüler anderen Schülern helfen, besser im Unterricht klarzukommen.

Unterstützung könnten die drei indes gebrauchen. „Wer mitmachen möchte, kann sich dann bei uns melden. Egal, ob es nur kurz ist oder dauerhafter. Wir freuen uns über jeden, der mitmachen möchte“, so Beate Hecke. (mz)