Pandemie bremst Schlossbaustelle in Bernburg

Müssen Aufträge neu ausgeschrieben werden?

Einige Handwerker sind in Quarantäne, andere warten auf Material. Warum die stellvertretende Hochbauamtsleiterin optimistisch bleibt.

Von Katharina Thormann
Michael Nowak vom Malerfachbetrieb in Wolmirstedt streicht im ersten Obergeschoss des Schlosses in Bernburg. K. Thormann

Bernburg - Die Coronapandemie hat nun auch die Baustelle im Museum Schloss Bernburg erreicht. Eigentlich müssten die Trockenbauer gerade am Werk sein, doch die sind laut Bernburgs stellvertretender Hochbauamtsleiterin Kerstin Schannor seit Wochen in Quarantäne. Wann sie auf die Baustelle zurückkehren, ist noch nicht absehbar.

Und die Stadt Bernburg wartet ebenso vergeblich auf die Ankunft der beauftragten Putzfirma, die aus Kapazitätsgründen auch seit Wochen nicht mehr vor Ort war. Inzwischen sind die geplanten Arbeiten so weit in Verzug geraten, dass die Aufträge wohl noch einmal öffentlich ausgeschrieben werden müssen.

Aber damit nicht genug. Auch an anderer Stelle hat die Pandemie Einfluss auf die Arbeiten. „Es fehlt Material, das nicht geliefert wird“, sagt Schannor. Konkret betrifft das den Steinfußboden. Nichtsdestotrotz ist bislang die Fertigstellung der Bautätigkeiten bis zum Jahresende noch nicht in Gefahr.

Auch die Außenwand der alten Kapelle gehört mit zum Rundgang im Museum Schloss Bernburg.
K. Thormann

Immerhin sind sämtliche neuen Leitungen verlegt und die Gruben im Schlosshof geschlossen, auch sämtliche Fester sind eingesetzt. Im ersten Obergeschoss sind bereits die Maler am Werk. Dabei wurde auch eine Holzzarge am Erker in Richtung Schlosshof freigelegt. „Dieser soll später als Lesenische dienen“, sagt Schannor und zeigt auf die Decken, die ebenfalls nur noch einen neuen Anstrich brauchen.

Noch einiges mehr ist unterdessen eine Etage tiefer, in der Hofstube zu tun, von der aus der Rundgang durch das Museum Schloss Bernburg künftig beginnen soll. Noch klafft ein Loch in der Decke, das aber schon bald verschlossen werden soll. Immerhin wird dort die Wendeltreppe eingesetzt, über die die Besucher in das erste und zweite Obergeschoss gelangen. Die Befestigungsringe sind dafür bereits in der vergangenen Woche eingesetzt worden.

Aber nicht nur im Alten Haus ist in den vergangenen Monaten einiges passiert, auch im Krummen Haus, das direkt verbunden ist und ebenfalls zum Museum gehört. So kann man schon jetzt vom komplett erneuerten Erker die schöne Aussicht zum Keßlerturm genießen. Wegen starker Schäden musste dieser umfangreich wieder instand gesetzt werden.

Eine neue Treppe ist im Museum Schloss Bernburg eingebaut worden.
K. Thormann

Dazu schwebten die schweren Sandsteine mit einem großen Kran über dem Schloss (die MZ berichtete). Auch die Brandschutzdecken sind bereits fertig. „Nun müsste auch hier der Trockenbauer Hand anlegen“, sagt Kerstin Schannor.

Unterdessen lässt sich im Erdgeschoss des Krummen Hauses schon jetzt erahnen, was die Besucher bei ihrem Rundgang erwartet, nämlich auch ein wahrscheinlich einmaliger Weg entlang der Außenmauern der einstigen Kapelle, der durch dessen Bleiglasfenster erhellt wird.

Von dort aus führt die historische Treppe hinunter in den Keller, in dem künftig die Dinosaurierspuren gezeigt werden, die vor 2008 im Kalksteinbruch Richtung Strenzfeld gefunden wurden. Auch im Keller laufen noch die Arbeiten. Die Fliesen und Armaturen für die sanitären Anlagen fehlen noch und die Trockenlegung der völlig vernässten Außenwand hin zum Bärenzwinger ist noch nicht vollständig abgeschlossen.

„Dort wurden große Hohlräume festgestellt, in denen sich die Feuchtigkeit gesammelt hatte“, sagt Kerstin Schannor. Mit Salzkompressen wurde das Mauerwerk nun bearbeitet. Trotz der Lieferengpässe und des Fehlens der Trockenbauer bleibt die stellvertretende Hochbauamtsleiterin noch optimistisch: „Ich hoffe sehr, dass wir in den kommenden Wochen ein großes Stück weiter kommen.“ (mz)